Nach 33-jähriger Kita-Leitung geht Ingrid Nemitz in den Ruhestand

Plätzchen zum Entspannen: Ein weiteres Abschiedsgeschenk war eine Ruhebank. Foto:  zih

Wolfhagen. Nah am Wasser hat Ingrid Nemitz eigentlich nicht gebaut. Doch als die 64-jährige jetzt aus ihrem bisherigen Arbeitsleben in den Ruhestand verabschiedet wurde, konnte sie ihre Tränen doch nicht zurückhalten.

„Daran waren vor allem meine kleinen Schützlinge Schuld und auch deren Eltern, von denen viele als Kleinkinder auch schon von mir betreut wurden“, sagt sie. Zum Einstieg ins Rentner-Leben, das offiziell am 1. Oktober beginnt, bekam Ingrid Nemitz neben einer hölzernen Ruhebank mit ihrem Namenszug einen prall gefüllten Ordner voller von den Kindern gemalten und von deren Eltern geschriebenen Dankeschöns.

Ingrid Nemitz ist in Wolfhagen eine Institution. Denn fast 40 Jahre arbeitete die gebürtige Niederbayerin in ihrer nordhessischen Heimatstadt als examinierte Kindergärtnerin und Erzieherin, davon fast 33 Jahre ohne Unterbrechung als Leiterin der heute 100 Plätze umfassenden Kindertagesstätte (Kita) Liemecke.

„Da hatte der Zufall oder das Schicksal die Hand mit im Spiel.“

Kindergärtnerin, beziehungsweise Erzieherin war ihr Traumberuf, und er blieb es in all den 45 erfüllten Dienstjahren. Nach dem Schulbesuch begann sie ihre Ausbildung in der Fachakademie der Deutschen Ordensschwestern in Passau.

Mit dem Examen in der Tasche trat sie ihre erste Stelle in einem Kindererholungsheim auf der ostfriesischen Insel Wangerooge an. Dort lernte sie ihren heutigen Ehemann kennen, der als Banker in der dortigen Filiale der Oldenburgischen Sparkasse arbeitete. Wie kommt nun aber eine Niederbayerin über Norddeutschland nach Wolfhagen?

Ingrid Nemitz lacht: „Da hatte der Zufall oder das Schicksal die Hand mit im Spiel.“ Während dieser Zeit machte sie nämlich eine Kur an der Ostsee. In ihrer Gruppe war auch der frühere Wolfhager Bürgermeister Oswald Schröder. Im Gespräch mit ihm erfuhr sie, dass in Wolfhagen dringend eine Kindergartenleiterin gesucht wird.

Abwerbungskünste

Die Schröderschen Abwerbungskünste fruchteten. Das Ehepaar Nemitz zog nach Wolfhagen. Rolf fand eine Anstellung in der hiesigen Sparkasse, Ingrid trat am 1. Juli 1975 die Stelle als Leiterin des Kindergartens Landgrafenstraße an. Da im evangelischen Kindergarten Niederelsungen für die dortige Gruppe von Kindern mit erhöhtem Förderbedarf eine Fachkraft benötigt wurde und Ingrid Nemitz die entsprechende Qualifikation besaß, wechselte sie in das spielende Dorf. Als diese Gruppe nach Wolfhagen verlegt wurde, kam sie wieder mit zurück.

Weit über 1000 Kinder

Wie viele Kinder Ingrid Nemitz, selbst zweifache Mutter, betreut hat, kann sie nicht sagen, „aber es sind weit über 1000“. Und welche Kinder sind ihr dabei besonders ans Herz gewachsen? „Eigentlich alle. Besonders aber Mädchen und Jungen die keck sind, dabei jedoch die Grenzen kennen und respektieren.“

Von Reinhard Michl

Quelle: HNA

Kommentare