Altes Lichtpausgerät: „Das ist doch eine Rarität“

Noch funktionstüchtig: Pierre Weinhold zeigt, wo an der Lichtpausmaschine die Belichtungszeit eingestellt wurde. Foto: Kamisli

Melsungen. „Ich habe gesagt, das ist eine Rarität, das kann nicht weg“, sagt Andrea Weinhold-Witzel und zeigt auf das alte Lichtpausgerät der Marke Limozick, das im Büro der Melsunger Elektrofirma Weinhold auf dem Tisch steht.

Ihr Mann Pierre hatte das gute Stück eigentlich entsorgen wollen. Schließlich habe es die vergangen Jahre nur im Weg herumgestanden.

Auch wenn es als er 1981 seine Lehre im elterlichen Betrieb begann, längst Kopierer gab, kann er sich doch daran erinnern wie es war, als das Gerät noch in Betrieb war.

An die Kanister mit Entwicklerflüssigkeit, die hinterm Haus standen, zum Beispiel. „Die hat nach faulen Eiern gerochen“, sagt er.

Früher hat die Firma seines Vaters ganze Ortsnetze für einen Energieversorger verkabelt. Da mussten ständig die Pläne erneuert werden und die wurden mit diesem Gerät kopiert. Im Format DIN A 0 (841 × 1189 Millimeter). Originalplan und ein Bogen Spezialpapier wurden um den Plexiglaszylinder gelegt, in dessen Mitte eine UV-Lampe steckt, und mit einer Art lichtundurchlässigem Tuch ganz fest umschlossen. Seitlich konnte die Belichtungszeit eingestellt werden. Nach der Belichtung musste das Spezialpapier noch in eine Entwicklerflüssigkeit gelegt werden, erklärt der 50-Jährige (siehe Hintergrund).

Das Telefon klingelt. Am Apparat ist ein Mitarbeiter des Museums für Kommunikation in Berlin. Wie groß das Gerät sei und wie schwer, will er wissen. Pierre Weinhold greift zum Zollstock und misst nach. 1 Meter 80 ist das Gerät lang und 55 Zentimeter hoch. Das Gewicht schätzt der 50-Jährige auf 40 bis 50 Kilogramm. Das Museum will das Gerät demnächst abholen lassen.

Andrea Weinhold-Witzel und ihr Mann hatten etwa 20 Museen in ganz Deutschland angeschrieben und nachgefragt, ob Interesse an dem 40 Jahre alten, noch funktionstüchtigen Gerät bestehe.

Bereits im Sommer hatte Andrea Weinhold-Witzel sich an das Technik-Museum in Kassel gewandt, aber weil man dort keine Abteilung für Kommunikationsgeräte hat, habe man ihr empfohlen, sich an ein Museum mit einer solchen Abteilung zu wenden. (kam)

Quelle: HNA

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