„Das Elend verhindern“

Tierschutzverein fordert Kastrationspflicht, um Leid zu mindern

Setzen sich für Katzen ein: (von links) Peter Steinbach, Thomas Junker, Monika Klüh und Sonja Gentschel-Dörr vom Tierschutzverein Homberg-Borken.

Homberg/Borken. Um das Leid unzähliger verwilderter Katzen zu verhindern, kämpfen die Mitglieder des Tierschutzvereins Homberg/Borken seit zwei Jahren für eine Kastrationspflicht.

Mittlerweile haben sie über 2600 Unterschriften gesammelt und werden jetzt auch von der hessischen Landestierschutzbeauftragten unterstützt. Das - und eine Änderung des Tierschutzgesetzes - motiviert das Team um die Vorsitzende Sonja Hentschel-Dörr, erst recht für die Einführung des Kastrationsgebots in Homberg und Borken zu werben. Denn nun ist es den Städten und Gemeinden überlassen, ob sie die Kastrationspflicht einführen.

„Kosten entstehen ihnen dadurch nicht“, betont Hentschel-Dörr. Die würde in Homberg und Borken der Tierschutzverein übernehmen. Schon jetzt fängt der Verein verwilderte Katzen ein und lässt sie auf eigene Rechnung kastrieren - ohne rechtliche Rückendeckung.

Kastrierte streunen weniger

100 Euro kostet das pro Katze und 70 je Kater. Im vergangenen Jahr hat der Verein 70 Katzen kastrieren lassen. Obwohl sich der Verein ausschließlich durch Spenden und Mitgliedsbeiträge finanziert, sei es diese Ausgabe wert, betont Hentschel-Dörr. „Kastrierte Katzen streunen deutlich weniger, damit sinkt die Gefahr von Unfällen“, nennt sie einen von vielen weiteren Gründen. So seien zum Beispiel kastrierte Kater weniger in Revierkämpfe verwickelt. „Damit werden Verletzungen vermieden und die Übertragung von Infektionskrankheiten reduziert“, sagt Monika Klüh vom Tierschutzverein. Nicht zuletzt werde das Markierungsverhalten unterbunden, fügt Tierschutzinspektor Thomas Junker an. Würde die Kastrationspflicht eingeführt, könnte der Verein die Halter in die Pflicht nehmen. Sogar die Einführung eines Bußgeldes durch die Städte sei möglich, erklären die Tierschützer wohl wissend, dass die Kontrolle nicht einfach sei. „Aber immerhin wäre etwas Druck da“, sagt Klüh. Und der sollte möglichst bald entstehen, denn eine Katze könne im Jahr bis zu drei Mal Nachwuchs von jeweils bis zu sechs Jungen bekommen.

Mit ihrem Anliegen haben sich die Tierschützer an die Bürgermeister gewandt und hoffen nun auf Unterstützung. „Die Signale sind positiv“, so Hentschel-Dörr zuversichtlich. „Sie wollen sicher auch nicht zusehen, wenn Katzen todkrank und halb verhungert draußen herumstreunen und den nächsten Wurf Katzen bereits wieder im Bauch haben.“

Kontakt: Der Tierschutzverein Homberg/Borken ist werktags bis 20 Uhr zu erreichen. Samstags und sonntags gibt es von 9 bis 19 Uhr einen Notdienst. Telefon: 06693/1477. Spendenkonto: Tierschutzverein Homberg/Borken, Kreissparkasse, Konto: 0085320042, Bankleitzahl: 520 521 54.

Quelle: HNA

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