Stadtparlament Wolfhagen: Mehrheit will Windpark am Rödeser Berg

„Das ganze Verfahren ist peinlich“

Jens Kühle

Wolfhagen. Wieder einmal sorgte die geplante Aufstellung von Windrädern am Rödeser Berg bei Nothfelden für Zündstoff unter den Wolfhager Stadtverordneten. Wie bereits berichtet, sollen dort vonseiten der Wolfhager Stadtwerke vier Windräder errichtet werden. Eine Genehmigung des Bauantrags ist derzeit jedoch nicht möglich, da dem Vorhaben der städtische Flächennutzungsplan entgegensteht (Hintergrund).

Über die Aufhebung beziehungsweise Änderung dieses Plans stimmten die Stadtverordneten während ihrer jüngsten Sitzung ab. Mehrheitlich – mit den Stimmen von SPD, CDU und Bürgerliste – beschlossen die Parlamentarier die Aufhebung des Beschlusses, damit ein Bürgerwindpark am Standort Rödeser Berg realisiert werden kann.

Ohne Planungsgrundlage habe der Geschäftsführer der Wolfhager Stadtwerke, Martin Rühl, Windräder im Wert von 20 Millionen Euro bestellt, sagte Jens Kühle, Fraktionschef von Bündnis Wolfhager Bürger (BWB). Das käme einem Schildbürgerstreich gleich, so Kühle. „Das ganze Verfahren ist peinlich – vor allem im Hinblick auf die Außenwirkung der Stadt.“

Für den Schutz des Waldes am Rödeser Berg und den dort vorkommenden geschützten Tierarten wie Wildkatze und Rotmilan sprach sich Peter Kranz, Fraktionschef von Bündnis 90/Die Grünen, aus. So bescheinigten neue Erhebungen dem Waldgebiet die höchste Schutzstufe, die jedoch seitens des Kasseler Regierungspräsidiums noch nicht anerkannt worden seien, so der Fraktionsvorsitzende. Derzeit laufe eine durch ihn angeregte Umweltverträglichkeitsprüfung, die der Wolfhager Stadtverordnete per Petition bei der EU eingereicht hatte. Da eine solche Prüfung mindestens ein Jahr lang dauere, so Kranz, müssten die Stadtwerke spätestens im Mai 2012 von ihrer Bestellung der Windräder zurücktreten. Mit solchen Argumentationen spreche man sich gegen Windräder im Wolfhager Land aus, sagte Heiko Weiershäuser, SPD-Fraktionschef. Das sollten sich die Grünen gut überlegen.

Der Rödeser Berg könnte zum Vorzeigeobjekt in Deutschland werden, da die vier Masten die Haushalte in Wolfhagen mit Strom versorgen könnten, sagte Helmut Flörke, CDU-Fraktionschef, und stimmte, wie auch die SPD, dem Beschluss zu.

Fotos: Archiv

Von Vera Glass

Quelle: HNA

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