Michael und Frank Schmidt sind betroffen

Gerüchte um Ziegenstall: „Das geht uns sehr nahe“

Neues Quartier für Dörnberg-Ziegen: Frank Schmidt macht die neue Feldscheune am Schreckenberg winterfest für seine Ziegen, die hier mit dem ersten Schnee einziehen sollen. Foto: Hoffmann

Zierenberg. Der Dörnberg wird von vielen Spaziergängern und Wanderern vor allem wegen seiner reizvollen Landschaft samt bemerkenswerter Pflanzen- und Tierwelt geschätzt.

Auf den Kalkmagerrasen gedeihen seltene Pflanzen, zwischen Orchideen und Enzianen tummeln sich viele Insekten und farbenprächtige Schmetterlinge. Ohne die seit Jahrhunderten betriebene Hutung durch Ziegen würde dieses idyllische Bild heute vielleicht ganz anders aussehen, denn die Tiere verhindern, dass sich Sträucher wie Schlehe, Roter Hartriegel oder Weißdorn ausbreiten und seltene Pflanzenarten verdrängen.

15 Jahre auf dem Dörnberg

Seit mehr als 15 Jahren sind auch die Ziegen von Michael und Frank Schmidt gern gesehene Gäste auf dem Dörnberg und Anziehungspunkt für viele Touristen, offensichtlich aber nur, solange sie der Stadt fern bleiben. Hier nämlich sind sie plötzlich unerwünscht, zumindest in ihrem neuen Winterquartier. Das liegt in unmittelbarer Nähe zum Wohngebiet am Schreckenberg, was den dortigen Anwohnern gar nicht passt. Die Tiere sind noch nicht in die neue Feldscheune eingezogen, da erhitzen sich bereits die Gemüter. „Irgendwer läuft herum und erzählt Horrormärchen von stinkenden Ziegen, setzt Gerüchte von einer geplanten Käserei in die Welt, sogar von einer Schlachterei war schon die Rede“, erzürnt sich Frank Schmidt, der viel Herzblut in die Arbeit mit den Ziegen steckt. „Das ist alles Unsinn, die Scheune soll lediglich für unsere Arbeitsmaterialien und als Winterquartier für unsere Herde genutzt werden.“ Es gehe ihm sehr nahe, dass einige Zierenberger ihm nun so vor den Kopf stoßen. „Wir tun doch hier eigentlich ein gutes Werk, ohne unsere Ziegen würde der Dörnberg zuwachsen.“

Bei der von Anwohnern initiierten Informationsveranstaltung vergangenen Donnerstag stellte er sich gemeinsam mit seinem Bruder den Fragen seiner Nachbarn, machte deutlich, dass hier ein Problem künstlich aufgebauscht werde. „Unsere Ziegen haben viele Jahre mitten in der Innenstadt überwintert, in einem Stall in der Kasseler Straße“, sagt Schmidt.

Dort sei es nie zu einer Beschwerde wegen Geruchsbelästigung gekommen, weil seine Tiere „nicht stinken, jeder nasse Hund riecht schlimmer“. Er habe sich für den Neubau der Scheune mit seinem Bruder an sämtliche Auflagen gehalten, direkte Anwohner frühzeitig informiert und niemals mit einer derartigen Reaktion gerechnet.

Es fehlen Informationen

„Ich denke, das eigentliche Problem sind die fehlenden Informationen zum Tunnelbau, unser Stall war da einfach das I-Tüpfelchen.“

Von Sascha Hoffmann

Quelle: HNA

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