Joel Engelhardt aus Sipperhausen arbeitete in Papua mit Missionaren

+
Auch so kann Missionarsarbeit aussehen: Joel Engelhardt repariert in Papua ein Fahrzeug, das sich bei einem Unfall überschlagen hat.

Sipperhausen. Missionieren - dieses Wort hat heute oft einen negativen Beigeschmack. Anderen Menschen den eigenen Glauben aufzudrängen, passt das überhaupt noch in unsere Zeit? Joel Engelhardt aus Sipperhausen hingegen hat die Arbeit von Missionaren ganz anders erlebt.

Der 26-Jährige war drei Monate lang in Papua und hat dort christliche Missionare unterstützt. „Missionieren ist kein Aufzwingen, so, wie es hier oft dargestellt wird“, sagt er. Missionieren heiße vielmehr, miteinander zu leben, Vertrauen aufzubauen - „bis die Tür offen ist für Gespräche über den Glauben.“ Ob der Einzelne diesen Glauben dann aber annehme oder nicht, sei immer dessen freie Entscheidung.

Vom Lehrer bis zum Arzt 

In Papua hat Engelhardt auf der Hubschrauberstation in Wamena gearbeitet. „Ich wollte die Arbeit von Missionaren kennenlernen - aber nicht nur zuschauen, sondern das Ganze auch mit einer sinnvollen Aufgabe verbinden“, erzählt er. Als Landmaschinenmechaniker konnte er seine Fähigkeiten einbringen: Er reparierte Fahrzeuge, die die Missionare für ihre Arbeit brauchen. „Missionare haben ganz unterschiedliche Einsatzfelder: als Lehrer, Krankenschwestern und Ärzte, Piloten oder eben Mechaniker“, berichtet Engelhardt.

Fünf Tage hat er auch bei einem Stamm verbracht, der völlig abgeschnitten von der Zivilisation lebt. „Die Menschen dort sind stark von der Natur geprägt und glauben an viele verschiedene Götter - der eine ist zum Beispiel zuständig fürs Wasser, der andere für die Pflanzen.“ Die Vorstellung, dass es einen einzigen Gott gibt, sei diesen Menschen fremd - trotzdem seien sie offen für Gespräche über dieses Thema. Generell gebe es in Papua eine bunte Mischung der Religionen: „In den größeren Städten leben auch viele Christen und Muslime.“

Was hat ihn motiviert, mit Missionaren zusammenzuarbeiten? „Ich bin selbst von Herzen Christ“, sagt er. Der Glaube habe ihn befreit. „Es ist gut, zu wissen, dass wir unsere Sünden an Jesus abgeben können, dass er sie für uns trägt“, sagt er. Mit dieser Einstellung stoße er aber nicht überall auf Verständnis, räumt er ein. „Ich begegne im Alltag oft Menschen, für die weltliche Bedürfnisse eher im Vordergrund stehen.“

Für ihn aber steht fest, dass er die christliche Botschaft weiterverbreiten möchte, und dazu erneut ins Ausland reisen wird. „Das lässt mich einfach nicht mehr los.“ Zwar gebe es auch in Deutschland Menschen, die diese Botschaft brauchen könnten, ist Engelhardt überzeugt. Doch hier fehle den meisten die Offenheit für Gespräche über den Glauben - ganz im Gegensatz zu den Menschen, die er in Papua kennengelernt hat.

Von Judith Féaux de Lacroix

Quelle: HNA

Kommentare