Brandschutzauflagen für Diskotheken im Landkreis sollen vor Katastrophe schützen

„Das passiert hier sicher nicht“

Notausgang war zu: Im brasilianischen Santa Maria mussten die Einsatzkräfte Löcher in die Wand brechen, um die Gäste der Diskothek zu retten. Foto: dpa

Schwalm-Eder. Bei einem Brand in einer Diskothek sind am Sonntagmorgen 233 Menschen im brasilianischen Santa Maria ums Leben gekommen. Der Vorfall macht nicht nur betroffen, sondern wirft auch die Frage auf, ob eine solche Katastrophe auch in einer Diskothek im Schwalm-Eder-Kreis ausbrechen könnte.

„Das passiert hier sicher nicht“, sagt Robert Pfalzgraf. Er ist stellvertretender Kreisbrandinspektor und kennt die strengen Auflagen, denen die Diskobetreiber in Deutschland nachkommen müssen. „Die Brandschutzbestimmungen lassen so etwas nicht zu.“ Dem stimmt auch Ömer Eray zu. „Die Gesetze sind hier zu streng. So etwas könnte nicht passieren“, sagt der Inhaber und Geschäftsführer der Diskothek Hazienda in Schwalmstadt.

Wie viele Menschen in der brasilianischen Disko feierten, als das Feuer ausbrach, ist derzeit noch unklar. Sicher ist, dass das Feuer durch eine Leuchtfackel verursacht wurde, die eine Band bei ihrem Live-Auftritt als pyrotechnische Showeinlage entzündete. Die Funken setzten das Dämmmaterial aus Isolierungsschaum an der Decke in Brand. Hochgiftiger Rauch verbreitete sich.

„Solche Pyroshows müssten bei uns im Vorfeld angemeldet und auch genehmigt werden“, erklärt Pfalzgraf. In solch einem Fall würde dann geprüft, ob brennbares Material vor Ort eine Gefährdung darstellt. „Es gibt Bands, die solche Showeinlagen haben“, sagt Hazienda-Geschäftsführer Eray. Aber so etwas lasse er in seinem Laden gar nicht erst zu. Natürlich sei so eine Show für die Gäste eine imposante Sache, „Aber die Gefahr ist mir einfach zu groß.“

Die Feiernden im südbrasilianischen Nachtclub Kiss gerieten nach dem Ausbruch des Feuers in Panik, strömten zu den Ausgängen. Die waren jedoch zum Teil verschlossen, die Menschen im Feuer eingesperrt.

„Wir kontrollieren die Betriebe in regelmäßigen Abständen“, erklärt Pfalzgraf. „Dabei wird auch kontrolliert, ob die Notausgänge frei und im Notfall leicht zu öffnen sind.“ Ebenfalls kontrolliert werde, ob ausreichend Zufahrten für die Feuerwehr vor Ort sind. Wenn es zu einem Brand komme, könne so immer auf schnellem Weg geholfen werden.

Von Moritz Schäfer

Quelle: HNA

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