Kultur- und Geschichtsverein will 800 Jahre Geschichte von Frauen in Heilung und Pflege aufarbeiten

„Das wäre europaweit einmalig“

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Domizil des Museums: Im ehemaligen Gutsgebäude in Merxhausen haben die Mitglieder des Kultur- und Geschichtsvereins Bad Emstal ihre Sammlung alter Ausstellungsstücke untergebracht.

Merxhausen. Bad Emstal ist reich an historischen und kulturellen Gütern. Diesen in einem Museum einen attraktiven Platz zu geben – darum bemühen sich seit über 20 Jahren Menschen der Gemeinde. In die Debatte um einen kostengünstigeren Standort für das Klostermuseum hat sich nun der Vorsitzende des Kultur- und Geschichtsvereins, Hartwin Neumann, eingeschaltet.

Ein Dutzend mögliche Standorte in allen Ortsteilen seien begutachtet worden. „Wir sind auf allen Vieren durch staubige Zwischenböden gekrochen, immer auf der Suche nach geeigneten Räumen“, so Neumann. Vor einigen Jahren habe sich mit dem ehemaligen Gutsgebäude in Merxhausen eine einmalige Chance aufgetan. „Inzwischen ist ein echtes Kleinod gewachsen“, sagt der Vereinschef. Ausstellungen, Erzählcafés, Vorträge und Kunstpräsentationen würden jährlich mehr als 1000 Besucher nach Bad Emstal locken. Diese Zahl soll deutlich wachsen.

Denn Historiker aus Marburg haben für den Verein ein Konzept erarbeitet, das die Darstellung der 800-jährigen Geschichte des Klosters und Krankenhauses Merxhausen in den Mittelpunkt rückt. Laut Neumann sieht das Papier vor, die für die Region einmalige Geschichte am Beispiel von historischen Frauenbildern zu erklären. „Damit könnte ein europaweit einzigartiges Thema in Bad Emstal dargestellt werden“, freut sich Neumann. Der Besucher bekommt die Geschichte der Heilung und Pflege in Merxhausen anhand greifbarer Schicksale vor Augen geführt.

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Das Besondere des Vorhabens „die Geschichte spiegelt sich hautnah in den angrenzenden Orten und Gebäuden wider“, lobt das Vereinsoberhaupt das Projekt. Allerdings sei das Konzept „800 Jahre Frauengeschichte in Bad Emstal“ zwingend an den Standort Merxhausen gebunden. Die Einrichtung und die inhaltliche Ausrichtung folge den Anforderungen des hessischen Museumsverbandes.

Große Beachtung gefunden

Hartwin Neumann

Schon jetzt habe das Konzept große Beachtung gefunden beim Landkreis Kassel, der Gemeinde und Vitos. Das Amt für ländlichen Raum habe erklärt, dass der Umbau des Museums (Kosten 270 000 Euro) zu 50 Prozent gefördert werden könnte. Der Ausbau sei erforderlich, da die Räume nicht den Anforderungen einer Nutzung genügten. Der Anteil der Gemeinde bleibe mit 130 000 Euro ein schwer zu schulterndes Vorhaben.

„Der Nutzen für Kultur und Geschichte sowie die touristische Entwicklung der Gemeinde sollten dies aber überwiegen“, erklärt Neumann. Es gehe ihm nicht darum, einem weiteren Verein eine trockene Unterkunft zu bieten. „Wir planen ein Museum für Bad Emstal, in dem viele Bürger ehrenamtlich für die Kultur und die Geschichte der Gemeinde und Region arbeiten.“

Von Antje Thon

Quelle: HNA

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