Präsentation: Dr. Bettina Toson stellte Internetangebot des hessischen Landesamtes vor

Datenbank zur Geschichte

Haben das Projekt auf den Weg gebracht: von links Dr. Bettina Toson, Stefan Aumann, Prof. Dr. Otto Volk und Dr. Andreas Hedwig. Foto: Rose

Ziegenhain. Im Museum der Schwalm in Ziegenhain wurde vor Kurzem ein Projekt der Historischen Kommission für Hessen in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Landesamtes für geschichtliche Landeskunde in Marburg vorgestellt. „Regesten der Grafen von Ziegenhain“ lautet der Titel eines neuen Moduls der Internet-Datenbank Lagis (siehe Hintergrund).

Historikerin Dr. Bettina Toson hat zahlreiche Belege zu den Grafen in gedruckten Werken mit Urkunden der Staatsarchive Darmstadt, Marburg und Wiesbaden zusammen gefügt.

Urkunden werden erfasst

Die Datenbank umfasst 1435 Belege zu den Grafen von Ziegenhain, bestehend aus einer Quellenedition und wissenschaftlichen Darstellungen. Als Regest bezeichnet man in der Geschichtswissenschaft die Zusammenfassung des Inhalts einer mittelalterlichen oder frühneuzeitlichen Urkunde. Ziel des Projekts war es, alle Urkunden zu erfassen und zu digitalisieren. „Von den Nutzern sind diese Belege auch digital abrufbar“, erklärte Prof. Dr. Otto Volk vom Hessischen Landesamt. Dabei habe man besonders auf den einfachen und verständlichen Zugang geachtet. Alle Erläuterungen seien kurz und klar formuliert.

Die Regesten sind datiert von Mitte des 12. bis zum Ende des 15. Jahrhunderts. Die politische Bedeutung der Grafen von Ziegenhain sei unter anderem durch die Stiftung und Förderung von Klöstern belegt, erklärte Dr. Bettina Toson. „Das Hauskloster der Grafen war Haina, Stiftungen wurden aber auch Immichenhain und Spieskappel zuteil.“ Findig wird der Nutzer über eine logisch konstruierte Suchmaske, ähnlich aufgebaut wie gängige Suchmaschinen im Internet.

Recherchemöglichkeiten stellen die einfache Suche, die erweitere sowie eine Registersuche dar. Auch nach Personen, Daten, Institutionen oder Orten kann geforscht werden. In der erweiterten Suche können Suchkriterien miteinander verwoben werden. Die Detailansicht zeigt dann das entspreche Regest, die Überlieferungssituation und Angaben zur sachlichen Erschließung an. „Mit über 1400 Stücken ist das Regestenwerk annähernd vollständig, Ergänzungen sind aber jederzeit möglich“, erläuterte Toson. Ein Großteil der Urkunden, etwa 1200 Stück, liegt im Staatsarchiv Marburg. Knapp 140 Urkunden verwahrt das Staatsarchiv Darmstadt. HINTERGRUND RECHTS

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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