Mit Schnee wäre es noch schöner

Dauercamper in Jesberg: Er trotzt dem milden Winter

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Hermann Müller ist Dauercamper auf dem Campingplatz Kellerwald in Jesberg.

Jesberg. Einfache Lebensumstände, die Natur genießen und Zeit für sich selbst haben: Dies sind nur einige Gründe, warum Menschen auf Campingplätzen Urlaub machen. Im Winter fahren die meisten jedoch wieder zurück in ihr Haus oder ihre Wohnung.

Doch längst nicht alle: Camping, und dass das ganze Jahr, ist mittlerweile bei allen Altersgruppen beliebt. Ein Leben auf engem Raum und voller Entbehrungen? Weit gefehlt, die Dauercamper am Campingplatz Kellerwald in Jesberg haben alles, was sie brauchen. Hermann Müller aus Wolfhagen ist einer von ihnen, der dem Winter trotzt und ganzjährig in seinem Wohnwagen mit Anbau-Zelt wohnt. „Ich freue mich auf den Schnee, in der Natur kann man ihn genießen, in der Stadt liegt ohnehin durch das Streusalz nur Matsch“, sagt er. Das Unberührte und Natürliche der Natur seien für ihn die Hauptgründe, warum er auch im Winter in seinem Wohnmobil bleibe. Auch, wenn vom Schnee im Moment weit und breit nichts zu sehen ist.

Die milden Temperaturen nutzt Müller, um Renovierungsarbeiten an seinem Campingwagen vorzunehmen und für ausgedehnte Spaziergänge. Liegt Schnee, werden am Kellerwald Campingplatz nur die Hauptwege geräumt, die meisten Camper mögen das unberührte Weiß, wenn sie aus dem Fenster schauen. „Egal zu welcher Jahreszeit, ich bekomme immer ein Gefühl von Urlaub, wenn ich in meinem Wohnwagen bin.“ Daran ändere auch der fehlende Schnee nichts. „Ich bleibe in Jesberg, weil ich Ruhe haben und nicht 24 Stunden am Tag erreichbar sein möchte“, erklärt der 79-Jährige, der gebürtig aus Hamburg stammt. Platzwart Karl-Heinz Thiel bestätigt: „Gerade Menschen aus der Stadt kommen jährlich, weil sie im Grünen besser abschalten können, als zwischen Betonbauten.“

Weg vom Stress

Ein anderer Grund sei die Freundlichkeit der Camper. Der kleine Kreis von Dauercampern sei zwar mit vier Personen sehr überschaubar, diese hätten aber fast ein familiäres Verhältnis zueinander. Was teurer sei als im Sommer, seien die Heizkosten. Hermann Müller spare zwar bei diesen Witterungsverhältnissen mehr Geld, als bei Minusgraden, bezahle die Mehrkosten im Winter aber eigentlich gerne, um der Hektik der Stadt, gerade an Weihnachten zu entgehen. Beheizt wird sein Wohnmobil mit Strom. Ob er auch einen weiteren Winter auf dem Jesberger Campingplatz erleben werde, wisse er nicht, er sei ja unabhängig und könne jederzeit weiterreisen oder doch in seine Wohnung in Wolfhagen zurückkehren.

Von Leona Nieswandt

Quelle: HNA

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