"WF-SS 199"

Debatte um Nazi-Kürzel: SS auf dem Kennzeichen

Melsungen. Nach der Debatte um Nazi-Kürzel auf Autokennzeichen hat sich jetzt ein Leser bei der Redaktion gemeldet: Er hat vor zwei Jahren eine ähnliche Beobachtung gemacht und direkt fotografiert: Einen Wagen mit dem Nummernschild WF-SS 199. Das Kennzeichen dürfte es so gar nicht geben.

Das Foto war auf der A7 zwischen Malsfeld und Melsungen entstanden.

Wir wollten von der Zulassungsstelle des Landkreises Wolfenbüttel (WF) wissen: Warum wurde das SS-Kennzeichen vergeben? Auf ausdrücklichen Wunsch des Fahrzeughalters, der vermutlich seine Namensinitialen auf dem Kennzeichen haben wollte, erklärt die Kreisverwaltung. Das war allerdings schon im November 1994. Erst fünf Jahre später, am 28. April 1999, wurde mit einem Erlass des Niedersächsischen Ministeriums für Arbeit, Wirtschaft und Verkehr die Vergabe der Buchstabenkombinationen KZ, HJ, SS, SA und NS endgültig verboten.

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Seither halten sich alle deutschen Zulassungsstellen an die entsprechende Empfehlung des Bundesverkehrsministers und der Landesverkehrsminister. In Brandenburg, Sachsen-Anhalt oder Dortmund geht man sogar noch weiter. Dort sind auch andere Neonazi-Codes verboten. Zum Beispiel die Buchstabenkombinationen HH (für Heil Hitler) oder AH (für Adolf Hitler) samt den entsprechenden Zahlenkombis 88 oder 18, die für die Position der Buchstaben A und H im Alphabet stehen.

Das SS-Auto wurde im Juni 2013 nach Braunschweig umgeschrieben, seitdem sei das Nummernschild mit der Nazi-Abkürzung nicht mehr vergeben. Diese Buchstabenkombinationen seien nicht mehr im Kennzeichenbestand enthalten, versichert die Kreisverwaltung Wolfenbüttel. (ach)

Quelle: HNA

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