Debatte über Felsberger Feuerwehr: Ehemaliger Wehrführer Hartmut Wagner kritisiert Mängel bei der Ausstattung

Brenzlig: Das Foto zeigt eine Übung der Feuerwehren Brunslar und Wolfershausen mit Einsatz von Pyrotechnik. Foto: Archiv/nh

Felsberg. Der SPD-Stadtverordnete und ehemalige Wehrführer der Felsberger Feuerwehr Hartmut Wagner hat in der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag den Investitionsstau bei den Felsberger Wehren kritisiert.

Anlass war der Bedarfs- und Entwicklungsplan für den Brandschutz in Felsberg, über den die Stadtverordneten am Donnerstag abstimmten.

„Ich habe bei diesem Werk meine Bedenken“, sagte Wagner. Er wolle den neuen Plan nicht mittragen, weil er nicht glaube, dass er umgesetzt werden könne. Dafür fehle der Stadt Felsberg schlicht das Geld.

Der letzte Brandschutzplan war 2006 aufgestellt worden. Schon damals seien diverse Mängel aufgelistet worden, etwa die zu schmale Torausfahrt am Feuerwehrgebäude in Melgershausen und der fehlende Anbau am Gebäude in Heßlar. Diese und diverse andere Mängel seien immer noch nicht behoben worden: „Die stehen im neuen Plan wieder drin“, sagte Wagner, der Anfang 2013 aus seinem Amt als Wehrführer entlassen war. Er rechnete vor, dass für den Brandschutz in den kommenden fünf Jahren Investitionen in Höhe von 3,5 Millionen Euro auf die Stadt zukommen würden.

Lob für den neuen Bedarfs- und Entwicklungsplan für den Brandschutz gab es hingegen von anderen Stadtverordneten. Sie stellten klar, dass die Felsberger Feuerwehren mit ihrer derzeitigen Ausstattung grundsätzlich in der Lage seien, ihre Aufgabe zu erfüllen.

Von einem „guten Kompromiss“ sprach Joachim Dittmer (SPD) in Bezug auf den Brandschutzplan und betonte: „Vieles, was in diesem Plan steht, ist uns gesetzlich vorgeschrieben.“ Die Stadt sei das schwächste Glied in der Kette, sie müsse die Umsetzung dieser Vorschriften finanzieren. Jochen Pschibul (Grüne) sagte, alle Ortsteilwehren hätten bei der Erstellung des Planes an einem Strang gezogen. „Dieser Plan hat eine hohe Verbindlichkeit.“ Werner Rippel (FDP) stellte klar, dass man immer abwägen müsse, was die Stadt sich leisten könnte. Auch Bürgermeister Volker Steinmetz bewertete den Plan positiv und wies darauf hin, dass die Mitglieder der Feuerwehren den Plan ehrenamtlich erstellt hätten. „Man hätte das auch in Auftrag geben können - das hätte einen fünfstelligen Betrag gekostet.“

Der Brandschutzplan wurde mit zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung beschlossen.

Von Judith Féaux de Lacroix

Quelle: HNA

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