Sozial benachteiligte Fünftklässler aus Frankfurt zu Besuch in Zierenberg

Sozial benachteiligte Fünftklässler aus Frankfurt in Zierenberg: „Der Dörnberg ist super“

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Aufräumen in schöner Landschaft: Afnan (von links), Deborah und Alisa befreien den Dörnberg von Unrat. Thomas Hofmann von der Jugendgerichtshilfe hat das Projekt organisert.

Zierenberg. Eigentlich kümmert sich Thomas Hofmann um sozialpädagogische Hilfe für straffällig gewordene Jugendliche aus dem Landkreis Kassel. Doch seit ein paar Tagen ist der Mitarbeiter der Jugendgerichtshilfe Ansprechpartner für 15 Fünftklässler aus Frankfurt-Sindlingen, wo die Schüler die Meisterschule, eine Grund- und Hauptschule, besuchen.

Doch die Zehn- bis Zwölfjährigen sind keine Straftäter. Sie besuchen derzeit gemeinsam mit ihrem Klassenlehrer Steffen Krink Zierenberg und wohnen für fünf Tage auf dem Hohen Dörnberg im Dörnberghaus. „Das ist unsere Klassenfahrt“, sagt Lehrer Krink. Aber keine gewöhnliche: Die Mädchen und Jungen stammen aus sozial schwachen Familien, die für Klassenfahrten oder andere Aktivitäten ihres Nachwuchses nur wenig oder gar kein Geld übrig haben.

Weil der Frankfurter Klassenlehrer und der Jugendgerichtshelfer Hofmann sich kennen, haben sie die Aktion gemeinsam auf die Beine gestellt. Für die Fahrt und den fünftägigen Aufenthalt mussten die Eltern der Kinder nichts bezahlen. „Hand gegen Koje“ - so nennt Thomas Hofmann die aus der Seefahrt stammende Regelung. Und das bedeutet für die Schüler: Zwar ist ihr Aufenthalt umsonst, dafür müssen sie aber mithelfen.

„Sie befreien den Dörnberg von Unrat und haben am Ankunftstag die obere Etage des Dörnberghauses aufgeräumt“, zählt Hofmann einige der Aktionen auf. Gekocht wird selbst. „Gestern gab’s Pizza, die haben wir selbst gemacht“, erzählt ein Mädchen, das ganz begeistert ist von den frei umher laufenden Rindern auf dem Dörnberg. Überhaupt hat es der Berg mit seinen Helfensteinen den Kindern angetan. „Der ist super“, findet die zehnjährige Deborah, während sie gemeinsam mit den anderen Kindern hinauf zu den Helfensteinen kraxelt und nebenbei Unrat in eine Tüte sammelt. Begeistert waren die Südhessen aber auch vom Herkules, dem Schloss Wilhelmshöhe und dem Tierpark Sababurg. Denn dorthin hatten sie die Tage Ausflüge unternommen. Den Eintritt für den Hofgeismarer Tierpark hatte der Landkreis gesponsert.

Heute ist Heimreise

Heute treten die 14 Fünftklässler gemeinsam mit ihrem Klassenlehrer die Heimreise an. Und einige sind ein wenig traurig. „Das ist schade“, sagen Deborah und Afnan (10). Die vielen Unternehmungen und das ganze „drum und dran“ hat den Mädchen viel Spaß gemacht.

„Die Schüler sollen durch die Teilnahme am Projekt Hand gegen Koje neue Erfahrungen sammeln und so ihre Persönlichkeit stärken“, sagt Hofmann. Ferner stünden die Förderung des sozialen Verhaltens in der Gemeinschaft und eine bewusste Umwelterziehung im Mittelpunkt des Projekts.

Von Vera Glass

Quelle: HNA

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