„Der Krach ist unerträglich“

Lärm an der A 49: Anwohner protestieren

Sie organisieren jetzt in Holzhausen den Protest gegen den Lärm von der A 49: von links Günther Schumann, Renate Engelhardt, Heidi Dittmar, Peter Güth und Uwe Jähnig. Foto: nh

Holzhausen/Hahn. „Da kriege ich so einen Hals“, sagt Günther Schumann. Grund für seinen Zorn: der letzte Satz im Schreiben des hessischen Verkehrsmanagements, auch Hessen Mobil genannt, an die Gemeinde Edermünde bezüglich der Beschwerden über zunehmenden Lärm an der A 49.

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Da steht: „Es gibt aber keinen Grund zu der Annahme, dass es tatsächlich lauter geworden ist.“ Diese Aussage treibt vielen Holzhäusern die Zornesröte ins Gesicht, denn sie leben an der Autobahntrasse, die ihr Dorf durchschneidet. Und sie leiden vor allem seit der Fahrbahnsanierung mit „Flüsterasphalt“ im Jahr 2010 unter einer deutlich gestiegenen Lärmbelastung.

„Wir machen uns Sorgen um die Lebensqualität, um die Gesundheit der Menschen im Dorf.“

Das sei keinesfalls nur eine subjektive Empfindung, sondern die bittere Realität, sagen die Holzhäuser. Es sei teilweise unerträglich laut, wenn man den Schutz der Häuser verlasse; draußen im Garten oder auf der Terrasse sitzen könne man gar nicht, sagen viele Anlieger.

Kurz gesagt: Sie fühlen sich von den Fachleuten der Straßenbauverwaltung absolut nicht ernst genommen.

Gegen all das will jetzt eine Gruppe von Holzhäusern gezielt vorgehen. Sie haben im Sommer die „Interessengruppe Lärmschutz A 49“ ins Leben gerufen. Ihr Ziel: die Situation für die Menschen in Holzhausen erträglicher machen.

„Wir machen uns Sorgen um die Lebensqualität, um die Gesundheit der Menschen im Dorf“, sagt Günther Schumann. Er lebt seit 30 Jahren in Holzhausen und hoffte bis vor kurzem, dass man auf die Einlassungen der lärmgeschädigten Holzhäuser eingehen würde. Doch die Erfahrungen haben ihn eines gelehrt: „Wir müssen uns besser informieren und politische Unterstützung lokal und regional suchen.“

Politiker und Behörden müssten merken, dass die Bürger die Situation nicht mehr tolerieren würden, sagt er.

Inzwischen ist der Protest organisierter, es gab bereits viele Gespräche, außerdem eine Bürgerversammlung, bei der die IG Lärmschutz deutlich machte, worum es ihr geht: „Wir wollen, dass man endlich gegen die Ursachen des Lärm vorgeht.“ Ein paar Lärmschutzfenster einbauen, das reiche nicht aus.

Die Forderungen seien vernünftig und teilweise kurz-, teilweise mittelfristig durchaus realisierbar, sagt Schumann.

Das fordern die Anwohner:

• Tempobegrenzung auf der A 49 auf 80 bis 100 km/h zwischen Scharfenstein und Hertingshausen als schnelle Maßnahme, die auf beiden Seiten der A 49 helfen würde

• Wiederaufforstung der freigeschlagenen Grünstreifen

• zusätzliche Lärmschutzwände (die auch günstiger sein können wie z.B. entlang der neuen Straße zum Gewerbegebiet bei Hertingshausen)

• und schließlich ein neuer Fahrbahnbelag als Ersatz für den „Flüsterasphalt“, der sich als Lärmasphalt herausgestellt habe.

„Wir wissen, dass die A 49 schon lange hier existiert und auch bleiben wird“, sagt Schumann. Mit einem gewissen Grad an Belastung müsse man leben. Aber im Vordergrund der Bemühungen müsse doch das Wohl der Menschen stehen. Es gehe darum, vernünftige Lösungen für die Autofahrer und die Anwohner gleichermaßen zu finden.

Zurzeit knüpfen die Mitglieder der Gruppe Kontakte, beziehen Bürgermeister und Gemeindevertreter mit ein, wollen auch mit Bundestagsabgeordneten sprechen. • Kontakt: a49-laermschutz-edermuende@t-online.de

Von Ulrike Lange-Michael

Quelle: HNA

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