Schwalm-Eder-Kreis: Deutlicher Trend gegen das Turbo-Abitur

Schwalm-Eder. Das Turbo-Abitur nach acht Jahren, landläufig G8 genannt, stößt bei vielen nordhessischen Eltern auf wenig Gegenliebe. Auch im Landkreis Schwalm-Eder gibt es G8-Schulen, deren Schülerzahlen auffällig zurückgehen. Konkurrenten mit längerer Schulzeit gewinnen dagegen Schüler hinzu.

Einen deutlichen Trend, die Kinder in die ein Jahr längeren gymnasialen Zweige der Gesamtschulen zu schicken, erkennt Dr. Ulrich von Nathusius, Leiter der König-Heinrich-Schule in Fritzlar. Während früher das Gymnasium immer 120 bis 140 Kinder einschulte, sind es jetzt 80 bis 90.

„Ich kann nachvollziehen, dass Eltern so entscheiden“, sagt von Nathusius. Die Kinder sollten noch Zeit für andere Aktivitäten außerhalb der Schule haben. Das sei mit G8 nur bedingt möglich. Er würde sich für die KHS wünschen, dass auch die Gymnasien die Wahl hätten.

Profiteur des Trends ist zum Beispiel die Gudensberger Georg-August-Zinn-Schule (GAZ). „Ich treffe bei unseren Informationsabenden viele Eltern, die früher ihr Kind automatisch im Gymnasium angemeldet hätten“, sagt Schulleiter Karl-Adam Stiebeling. Auch er erkennt den Trend zurück zu G9, den seine Schule vollzogen hat, weil die Mehrheit der Eltern dafür sei.

Die Umstellung des Gymnasialzweiges von G8 auf G9 vor zwei Jahren sei richtig gewesen, sagt Dr. Dieter Vaupel, Leiter der Drei-Burgen-Gesamtschule in Felsberg. Allein in diesem Schuljahr habe man 25 Schüler mehr als prognostiziert. „Aus dem Raum Wabern etwa bekommen wir etliche Gymnasialschüler, die sonst zur KHS in Fritzlar gegangen wären“, sagt er.

Zunächst seien die Schülerzahlen mit G8 sogar gestiegen, sagt dagegen Frank Siesenop vom Schwalmgymnasium in Treysa. Zwar seien Bedenken erkennbar, aber man habe Organisationsformen gefunden, um die Belastung zu reduzieren. Mehr lesen Sie in der gedruckten Ausgabe

Von Ulrike Lange-Michael

Quelle: HNA

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