10. Wundsymposium beschäftigte sich mit der Behandlung von Wunden aller Art

Vom Diabetes-Fuß zur Resistenz

Homberg. Wie behandele ich Wunden, welche Therapien sind erforderlich bei Diabetes-Füßen, warum gibt es immer mehr multiresistente Keime? Über diese und andere Fragen zur Wundbehandlung ging es beim 10. Wundsymposium, das am Samstag in der Homberger Stadthalle stattfand. Veranstalter und Health-Care-Manager Ralf Geisel freute sich über etwa 200 überwiegend weibliche Teilnehmer aus Pflege- und Praxisbereichen.

Wie wichtig eine zeitgemäße Wunddokumentation als Grundlage für eine koordinierte Therapie ist, machte Dipl. Pflegewirt Manuel Hosak in seinem Referat deutlich. Nur so sei der Behandlungsprozess ist für alle an der Versorgung beteiligten Berufsgruppen nachvollziehbar. Zusätzlich stelle diese Aufstellung von Daten einen wichtigen Bestandteil der Qualitätssicherung dar, nicht nur in der Altenpflege.

Ein wesentliches Problem bei der Dokumentation sieht Hosak unter anderem darin, dass oft Zeitmangel herrsche und bis zum heutigen Tag keine einheitlichen Dokumentationsbögen existierten.

Danach ging Orthopädieschuhmachermeister Markus Schott auf die Probleme bei Fußbeschwerden und -verletzungen ein. Ursache sei, auf den Schuh bezogen, meist „zu schmal und zu kurz.“ In einem Fußdokumentationsbogen werden „Fußzustände“ in acht Kategorien beurteilt und die entsprechende Versorgung mit Schuhen dann festgelegt. Der „Diabetes-Fuß“ nehme eine spezielle Kategorie ein: Wenn Wunden und Druckstellen am Fuß mit falscher Druckverteilung, Nervenschädigung oder Durchblutungsstörungen einhergehen, handele es sich um ein diabetisches Fußsyndrom, das besonders sorgfältig behandelt werden müsse.

Über die Wundversorgung nach chirurgischen Eingriffen sprach dann der Unfallchirurg Dr. Günter Aurand. Er betonte, dass es immer Ziel sei, einen raschen Wundverschluss mit ästhetisch ansprechender und funktioneller stabiler Narbe zu erreichen.

Dr. Dr. Bernd Krone thematisierte die Bedeutung von multiresistenten Erregern, die eine Herausforderung für Hygiene und Behandlung darstellten.

Ältere besonders betroffen

Laut Krone sind zunehmend ältere und pflegebedürftige Menschen betroffen. Er stellte fest, dass die Resistenzentwicklung der Keime dem qualitativen und quantitativen Einsatz von Antibiotika entspreche: Dieses biologische Grundgesetz werde einfach viel zu wenig beachtet, und dadurch sei der enorme Anstieg der widerstandsfähigen Erreger mit begründet.

Von Rainer Zirzow

Quelle: HNA

Kommentare