Bundesweiter Trend auch in Region: Morgen Welt-Diabetes-Tag

Diabetes auf dem Weg zur Volkskrankheit

Hofgeismar/Wolfhagen. Acht Millionen Deutsche leiden an Diabetes. Das ist jeder Zehnte, Tendenz steigend, warnen Experten zum morgigen Welt-Diabetes-Tag. Auch im Landkreis Kassel steigt die Zahl derer, die an der Zuckerkrankheit erkranken, sagt Dr. Markus Schimmelpfennig, stellvertretender Leiter des Gesundheitsamtes Kassel. Konkrete Daten gibt es nicht. Doch bestätigen auch die Selbsthilfegruppen in Hofgeismar und Wolfhagen die Zunahme.

Vor allem der Anteil von Menschen mit Diabetes Typ 2, der vielen auch als Altersdiabetes bekannt ist, nimmt zu. Die Ursachen für diesen Trend sieht Schimmelpfennig in einer schlechten Ernährung und Bewegungsmangel. Es werde zu fett und zu süß gegegessen. „Ein Burger ist trendiger als ein Vollkornbrötchen mit Bio-Käse“, sagt er. Das Risiko einer schlechten Gesundheit schätzen die Freunde des Fastfoods als gering ein. Damit lasse sich ihnen nicht drohen.

Altersdiabetes – der Name verfehlt das Wesen der Zivilisationskrankheit: Denn die Menschen, bei denen Diabetes Typ 2 erstmals diagnostiert wird, werden immer jünger. „Mein jüngster Patient ist elf Jahre alt“, sagt Wolfgang Dort, Diabetologe in Bad Emstal. Ein weiterer Grund, Alarm zu schlagen: Die Krankheit bleibt oft lange unentdeckt. Viele Betroffene leiden jahrelang an Diabetes, ohne es zu wissen, berichtet Dort.

Johanna Wölzl von der Wolfhager Selbsthilfegruppe Diabetes bemängelt: „Einige Hausärzte verzichten bei Vorsorgeuntersuchungen auf die entscheidende Blutzuckermessung“.

Doch auch die Diagnose ist laut Diabetologe Dort selten einschneidend: „Einsichtige Patienten, die ihre Lebensweise umstellen, sind rar.“ Dabei ist Diabetes alles andere als harmlos: Zuckerkranke tragen ein zwei- bis dreimal höheres Risiko für Schlaganfälle und Herzinfarkte. ZUM TAGE, SEITE 2

Von Antje Thon und Pia Schleichert

Quelle: HNA

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