Über 14.000 Menschen im Landkreis haben Zucker

Diabetes: Die Zahlen sind schockierend

Dr. Ralf Weber

Schwalmstadt. Die Zuckerkrankheit löst immer häufiger schwerwiegende bis tödliche Folgeerkrankungen aus. Der Diabetes Typ 2 ist im Landkreis Schwalm-Eder stark auf dem Vormarsch.

Übergewicht und familiäre Vorbelastung führen dazu, dass Menschen immer häufiger und früher zuckerkrank werden. Jeder vierte Todesfall steht mit Diabetes in Zusammenhang. Das Tückische, so der Diabetologe Dr. Ralf Weber (Schwalmstadt): Diabetes begünstigt schwerwiegende Folgeerkrankungen oder löst diese aus. Ganz oben stehen dabei Herzkreislaufstörungen. Statistisch ist klar, dass im Schwalm-Eder-Kreis mehr als 14 000 Frauen und Männer Diabetiker des Typs 2 sind. Fast 500 leiden unter einer diabetischen Fußläsion, einer fortschreitenden Gewebezerstörung. Jedes Jahr müssen deshalb über 60 Menschen amputiert werden - allein in unserem Landkreis.

Mit Angaben über die Todesfälle halten sich die Mediziner des Asklepios-Klinikums zurück. Zum Vergleich: 95 Todesfälle durch Diabetes wurden 2011 in der Stadt Kassel auf Diabetes zurück geführt, 1998 waren es noch 69. Absolute Zahlen sind aber unsicher und kaum hilfreich, denn die Menschen sterben nicht an der Volkskrankheit, sondern an deren Folgen, in Deutschland geschätzt alle 20 Minuten ein Mann oder eine Frau.

Statt auf schockierende Zahlen setzen die Fachleute auf Vorbeugung, kalorien- und fettarme Ernährung, viel Wasser oder ungesüßten Tee trinken und dem Diabetes wortwörtlich davon zu laufen. Sich täglich mindestens 30 bis 60 Minuten zu bewegen hilft, Diabetes zu vermeiden und kann die die Zuckerkrankheit unter bestimmten Voraussetzungen besiegen.

Von Anne Quehl

Quelle: HNA

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