Morschen: Gemeindevertreter streichen Haushalt zusammen

Morschen. Hier ein Haushaltsposten gestrichen, dort einer zurückgestellt, das entlastet die Morschener Haushaltskasse in diesem Jahr. An den Streichungen hatten die Fraktionen gemeinsam gearbeitet, so dass alle Gemeindevertreter am Donnerstagabend dem Zahlenwerk zustimmten.

Nach wie vor belastet die Sanierung von Kanälen den Gemeindehaushalt am stärksten. Allein für den Bereich Altmorschen müssen über 624 000 Euro ausgegeben werden. Auch in Binsförth, Wichte, Heina und Neumorschen stehen Kanalarbeiten an, mit denen teilweise auch die Erneuerung der Wasserleitungen und der Straßen verbunden ist. Gegenüber den Vorschlägen des Ingenieurbüros wurden einige Arbeiten zurückgestellt, so dass der Haushalt 2012 um über 500.000 Euro entlastet wird.

Aus dem Haushaltsplan gestrichen wurden auch beispielsweise eine Energiesäule für Wohnwagen (3000 Euro), der Kauf eines gebrauchten Gerüsts (2500 Euro) und die Instandsetzung des Toilettenwagens (3500 Euro). Die Feuerwehr muss auf ein 1000 Euro teueres Ausbildungsgerät verzichten, um zu lernen, wie man Türen öffnet. Die zunächst gestrichene Wärmebildkamera für 9500 Euro wird aber angeschafft.

Die Kindergartenkommission soll sich der Erneuerung der zum Teil über 30 Jahre alten Möbel in drei Gruppenräumen annehmen. Dafür wurden die fast 22.000 Euro im Haushalt mit einem Sperrvermerk versehen.

Trotz diverser Streichungen bleibt der Morschener Haushalt unausgeglichen. Das Minus steigt seit Jahren und liegt in diesem Jahr voraussichtlich bei knapp 1,2 Millionen Euro. So steht es im Haushaltskonsolidierungskonzept, über das die Gemeindevetreter ebenfalls abstimmten und es einstimmig beschlossen.

Seit längerem spart die Gemeinde bei Zuschüssen an kulturelle Veranstaltungen, gewährt kein Sportförderung mehr, der Bauhof arbeitet nicht mehr kostenlos für Religionsgemeinschaften, die freiwilligen Zuschüsse an Vereine wurden gestrichen.

Auch von Immobilien, die der Gemeinde gehören, versucht man sich zu trennen. In diesem Jahr soll ein Haus für 65.000 Euro verkauft werden.

Trotz des gestiegenen Personalbedarfs in der Gemeindeverwaltung ist die Zahl der Mitarbeiter auf dem Stand von 2007 geblieben. Laut Konsolidierungskonzept macht das pro Jahr 83.400 Euro aus.

Noch ist es nicht auf der Tagesordnung, aber laut Konsolidierungskonzept kommen die Gebühren für Kindergarten, Feuerwehreinsätze und die Friedhöfe in diesem Jahr auf den Prüfstand.

Quelle: HNA

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