Pflegeeinrichtung in Frielendorf: 40 Prozent des Personals erkrankt

Diakonie in Frielendorf ist in Not: Aufnahmestopp im Heim

Diakoniezentrum in Frielendorf

Frielendorf. Das Diakoniezentrum in Frielendorf ist eine gute Adresse, wenn es um pflegebedürftige Menschen geht. Doch ist jetzt die Einrichtung selbst in Not. Sie kann derzeit keine schwer pflegebedürftigen Menschen mehr aufnehmen. Der Grund ist ein hoher Krankenstand unter den Pflegefachkräften.

Von 47 Beschäftigten sind laut Geschäftsführer Werner Wieland 40 Prozent erkrankt. Besonders bitter: Acht Mitarbeiter der Einrichtung für pflegebedürftige Menschen leiden inzwischen an einer Langzeiterkrankung. „Die Anforderungen an die Mitarbeiter steigen und werden immer schwieriger, physisch wie auch psychisch“, erklärte Wieland auf Anfrage der HNA. Wieland bestätigt, dass in der Pflegeeinrichtung seit sieben Wochen ein freiwilliger Belegungsstopp für Schwer- und Schwerstpflegebedürftige (Pflegestufe 2 und 3) gilt. Die zuständige Aufsichtsbehörde, das Versorgungsamt in Kassel, habe diesen Schritt empfohlen. Dennoch sei das Pflegeheim, das 69 Plätze bietet, mit Menschen, die weniger intensive Pflege benötigen, komplett belegt.

Auch Jochen Schubotz von der Betreuungs- und Pflegeaufsicht des Versorgungsamtes spricht von Mängeln im pflegerischen Bereich des Pflegeheims, die aus dem hohen personellen Krankenstand resultieren. Darüber hinaus beanstandet seine Behörde allerdings noch weitere Defizite: Insbesondere bei der Dokumentationspflicht habe es in der Vergangenheit Probleme gegeben, gibt Wieland zu. In diesem Zusammenhang spricht er von einer Gratwanderung zwischen dem „was verlangt wird, und dem, was für die Bewohner bleibt“.

Der Aufnahmestopp ist derzeit unbefristet. Wieland geht davon aus, dass sich bis Februar die Situation verbessert haben könnte. Kurzfristige Unterstützung würde gegebenenfalls auch die Personalagentur der Hephata-Tochter HSDE bieten.

Von Sylke Grede

Quelle: HNA

Kommentare