Workshop mit dem Komponisten Franz Watz zur böhmisch-mährischen Blechmusik

Dialekte der Blasmusik

Workshop: Konzentriert waren die Musiker von blech.Quadrat bei der Sache. Mit dem Komponisten Franz Watz übten sie am Wochenende 14 Stunden lang für ein Konzert. Fotos: Decker

Ottrau. „Stopp, stopp! Staccato, unter den Noten sind Punkte, ihr müsst sie also kurz spielen“, rief Franz Watz und unterbrach das Spiel der Bläser. Für einen dreitägigen Workshop war der Komponist aus dem Schwarzwald nach Ottrau gekommen, um mit den engagierten Laienmusikern des Orchesters blech.Quadrat ein Konzert einzuüben.

Die 20 Musiker des Ensembles spielen seit 2002 gemeinsam und haben sich der böhmisch-mährischen Blasmusik verschrieben. Diese spezielle Stilrichtung der Blasmusik hat ihren Ursprung in der K.u.K.-Monarchie, auch Donaumonarchie genannt, und ist nicht typisch für die Schwalm.

„Jede Stilrichtung hat ihre typischen Merkmale“, erklärte Watz. „Wir sprechen auch von einem bestimmten Dialekt der Blasmusik. Ich versuche, den Musikern diesen Dialekt nahe zu bringen.“

Preisrichter beim Wettbewerb

Kennen gelernt haben sich der Komponist und die Musiker in den vergangenen Jahren bei zwei internationalen Meisterschaften. Watz fungierte als Preisrichter „und wir haben gar nicht so schlecht abgeschnitten“, erinnerte sich Patrick Grein, Dirigent des Blasorchesters. „Doch wir haben auch gemerkt, wo wir Defizite haben.“

Watz erzählte, dass seine Frau nicht begeistert gewesen sei, als er ihr sagte, er führe zu einem Workshop in die Schwalm. Doch er habe ihr gesagt, die Musiker seien sehr gute Amateure, die ein bisschen Unterstützung von ihm verdient hätten. „Die Proben mit Franz Watz sind zwar anspruchsvoll und sehr anstrengend, aber sie motivieren uns auch“, so Grein.

Für das Konzert standen nur Stücke auf dem Programm, die das Orchester bis zu dem Workshop noch nicht kannte. Es waren Kompositionen und Arrangements von Franz Watz. „Sie sollen meine Stücke so spielen, wie ich sie mir beim Komponieren vorgestellt habe“, erläuterte Watz. „Das ist das Besondere an einem Konzert mit dem Komponisten als Dirigenten.“

Anweisungen umgesetzt

Für Watz war dieser Workshop bereits der zweite mit Musikern von blech.Quadrat. „Ich merke, dass die Musiker dieses Jahr viele Anweisungen von mir schneller umsetzen können, sie haben eine gewisse Reife entwickelt“, fasste der Berufsmusiker seinen Eindruck zusammen.

Jede Woche reisen die Laienmusiker aus ganz Hessen an, um gemeinsam in Neukirchen zu proben. Einige von ihnen kommen aus den klassischen Posaunenchören, andere haben ihr Instrument in der Schule gelernt. Gemeinsam ist ihnen die Liebe zur böhmisch-mährischen Blasmusik, für die sie aus Darmstadt oder Kassel in die Schwalm reisen. An dem Workshopwochenende probten sie 14 Stunden mit Franz Watz. EIN BERICHT ÜBER DAS KONZERT IN DER NÄCHSTEN AUSGABE

Von Christiane Decker

Quelle: HNA

Kommentare