Dicker Fisch für den Schwalm-Eder-Kreis

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Claas kommt nach Fritzlar: Harald Bräutigam, Geschäftsführer des Maschinenrings, steigt um und bei Claas ein. Ab März wird er den neuen Vertriebsstandort in Fritzlar leiten.

Schwalm-Eder. Die Tinte unter den Verträgen ist trocken: Der Landmaschinenhersteller Claas baut noch in diesem Jahr in Fritzlar einen Vertriebsstandort für Hessen. 21 neue Arbeitsplätze sollen dort bis zum Spätsommer entstehen.

Geht es nach dem weltweit agierenden Unternehmen mit Sitz im ostwestfälischen Harsewinkel, sind es in fünf Jahren fast 30.

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Im neuen interkommunalen Industriegebiet Fritzlar-Nord entstehen auf 10.000 Quadratmetern eine Werkstatt mit bis zu 700 Quadratmetern, ein Büro mit bis zu 250 und ein Ersatzteillager mit 1000 Quadratmetern Lagerfläche. Claas hat sich zudem eine Option auf weitere 10.000 Quadratmeter gesichert.

Einen neuen Geschäftsführer für den Standort gibt es bereits: Dr. Harald Bräutigam wechselt die Seiten. Der langjährige Geschäftsführer des Maschinenrings Schwalm-Eder wird ab dem 1. März die Geschicke in Fritzlar leiten. Unter seiner Regie möchte Claas den nord- und osthessischen Markt mit Landmaschinen versorgen. Verkauft werden außerdem Futtererntetechnik, Pflanzenschutz, Maschinen zur Bodenbearbeitung und Transporttechnik. „Unser Einzugsgebiet erstreckt sich von Bad Karlshafen über Fulda bis nach Hanau“, sagt Bräutigam. In Hünfeld werde ein weiterer Vertriebsstandort gebaut, der Fritzlar angegliedert ist.

Claas ist Technologie- und Weltmarktführer bei Mähdreschern und Feldhäckslern. „Wir besetzen sicher keine Nische in Nordhessen, sondern lassen uns auf einen Verdrängungswettbewerb ein“, sagt Bräutigam. Direkter Konkurrent würden unter anderem die Filialen der Raiffeisen werden. Dort wurden die Claas-Landmaschinen bisher vertrieben. Fendt, der große Gegenspieler auf dem Landmaschinenmarkt, biete aber ebenfalls Mähdrescher und Feldhäcksler unter dem Dach der Raiffeisen an. „Claas baut daher neue Vertriebsmöglichkeiten auf“, sagt Bräutigam.

18 Jahre lang war Bräutigam Geschäftsführer des Maschinenrings Schwalm-Eder- Vor seiner Zeit fand kaum eine wirtschaftliche Betätigung statt, heute macht der Maschinenring 4,5 Millionen Euro Umsatz und ist Betreiber einer Kompostier- und Biogas-Anlage. „Wir waren ein tolles Team, der Abschied fällt mir schwer“, sagt der 47-jährige Agrarwissenschaftler. Ihn reize aber die Herausforderung, sich in einem großen Unternehmen nochmal beweisen zu müssen. Aber er sei eine Kämpfernatur und zuversichtlich. Bräutigam lebt in Gudensberg-Gleichen, ist verheiratet und hat ein Kind.

Quelle: HNA

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