Grundschuldebatte: Initiative kritisiert Vorgehen des Landkreises

Im Fokus: Die Wasenberger wollen ihre Schule im Dorf behalten. Am Montag wird der Kreistag über einen Neubau an der Antreffhalle zwischen den Ortsteilen Merzhausen und Willingshausen entscheiden. Fotos:  Grede

Wasenberg. Über den Bau einer gemeinsamen Grundschule in Willingshausen wird – auch nachdem sich die Gemeindevertretung für einen Neubau an der Antreffhalle zwischen den Ortsteilen Willingshausen und Merzhausen ausgesprochen hat – insbesondere im Ortsteil Wasenberg lebhaft diskutiert.

Warum nicht in Wasenberg? Das ist die Frage, die sich viele Wasenberger weiterhin stellen (siehe auch gegenüber liegende Seite).

„Eine gemeinsame Grundschule für die Großgemeinde Willingshausen lehnen wir grundsätzlich nicht ab“, betonen Susanne Stange-Weidemann und Heinz Heilemann. Die beiden Wasenberger sprechen für die Initiative, die sich in dem Willingshäuser Ortsteil für den Erhalt des dortigen Grundschulstandorts einsetzt. Nicht wenige unterstützen dieses Bündnis, das sich mehrheitlich aus Menschen aus dem Umfeld der dortigen Grundschule zusammensetzt: Immerhin sei dem Landrat aus Wasenberg eine Liste mit 700 Unterschriften vorgelegt worden, erklärt Heilemann. Stange-Weidemann bedauert, dass es stellenweise eine „unsachliche Diskussion gegeben hat“. Dennoch fühlten sich in Wasenberg viele überfahren. Wenn es gute Argumente für einen Neubau gebe, sähen vermutlich viele kein Problem darin, meint die Wasenbergerin.

Wie auch Heilemann kritisiert sie das Vorgehen des Landkreises: „Wir sind unglücklich darüber, wie der Prozess abgelaufen ist.“ Eine offenere Diskussion und mehr Transparenz hätten sich viele Wasenberger gewünscht. Aus Sicht der Initiative habe es keine repräsentative Umfrage zum Thema gegeben. Es sei ein Meinungsbild erfragt worden und dann als Abstimmung deklariert worden, sagt Stange-Weidemann. Zudem hätte es im Vorfeld eine breitere Informationsbasis geben müssen.

Der Vorwurf mancher aus den Ortsteilen, Wasenberg habe bereits das Rathaus und das größte Feuerwehrhaus empfindet Stange-Weidemann als unangemessen. In eine Verwaltung fahre man mal hin oder auch nicht, eine Schule sei etwas anderes. Für Wasenberg sei der Verlust der Grundschule von enormer Tragweite. Eine bis dahin annähernd intakte Infrastruktur werde damit gefährdet, ist sie sich sicher. Insgesamt mache sich im Ort inzwischen Bedrückung breit, dass man mit einer Entscheidung leben müsse, die man hier mehrheitlich nicht gewollt habe.

Von Sylke Grede

Quelle: HNA

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