Azubi Anastasia Ntontou: „Die Note schockiert mich“

Nach vier Wochen: Sieht gut aus, sagen andere Friseurmeisterinnen. Fotos: privat

Am Anfang dachte ich, meine Lehrlinge hätten einfach einen schlechten Tag gehabt“, erinnert sich Heidi Till an die ersten Jahre nach ihrer Existenzgründung in Zierenberg.

Dann seien die schlechten Noten für ihre Schützlinge zur Regel geworden. Andere Kollegen, die dasselbe erlebt hätten, wären irgendwann aus Resignation der Innung beigetreten. „Doch das wollte ich nicht. Ein Jahresbeitrag von 700 Euro ist mir einfach zu viel.“

Am Prüfungstag: Dies ist der hohe Fasson-Herrenhaarschnitt von Anastasia.

Für die Prüfung, die von Innungsmitgliedern abgehalten werde, zahle sie schließlich. Sie habe ihre derzeitige Auszubildende Anastasia Ntontou am Tag der Prüfung zu Hause in Wolfhagen abgeholt und sei mit ihr nach Hofgeismar gefahren. „Ich hatte wirklich ein gutes Gefühl“, berichtet die 18-Jährige. Die extrem schlechte Note sei für sie ein Schock. Wie alle anderen Prüflinge auch habe sie kleine Fehler gemacht. „Aber mit einer Drei wäre ich vollauf zufrieden gewesen.“

Auch in der Berufsschule, an der Innungsmitglieder unterrichten, werde sie gemobbt, weil sie in dem Zierenberger Friseurbetrieb arbeite.

Heidi Till hat nach der Prüfung vorsichtshalber alle Arbeiten ihrer Auszubildenden fotografiert. Gegen die Beurteilung hat sie bereits Widerspruch eingelegt. Mit den Unterlagen werde sie jetzt die Innung verklagen: „Es reicht.“ Natürlich seien die Noten auch für sie als Ausbilderin „ein Schlag ins Gesicht“. Dabei werde ihre Arbeit von den Kunden geschätzt. „Ich überlege schon, ob ich überhaupt noch ausbilde.“

Quelle: HNA

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