Pärchen kam über Zaun: Bewährungsstrafe für Baumarktdiebe

Melsungen/Felsberg. Das einstige Pärchen aus dem Schwalm-Eder-Kreis, das sich am Mittwoch vor dem Kasseler Amtsgericht wegen diverser Diebstähle in Melsungen und Korbach verantworten musste, kam mit Bewährungsstrafen davon.

Beide hatten schon am ersten Verhandlungstag gestanden, dass sie zwischen September 2012 und März 2013 vor allem in Baumärkte eingebrochen waren.

Es sei „alles so einfach“ gewesen, hatte der 28-Jährige vor Gericht gesagt. Er hatte mit seiner damaligen Freundin bei einem Baumarktbesuch entdeckt, dass der Zaun des Außengeländes nur oberflächlich gesichert war. Von da an wiederholte sich das Muster: Entweder kletterten die zwei über die Zäune oder sie schlängelten sich darunter hindurch und holten die Waren ab, die sie zuvor dort versteckt hatten. Es blieb jedoch nicht bei diesen Beutezügen.

Als die beiden ein Schlachtfest der Felsberger Feuerwehr besuchten, ließ der 28-Jährige fünf Jacken aus deren Ausrüstung und ein Handy mitgehen, in einem Vellmarer Imbiss bestand die Beute aus Bargeld und 300 Würsten. Das Gericht sah am Ende in dem 28-Jährigen den Drahtzieher. Seine Ex-Freundin sei ihm aus Liebe gefolgt, doch „Liebe schützt vor Strafe nicht“. Da sie gestanden hatte und nicht vorbestraft ist, hatte das Gericht kein Problem, für die 24-Jährige eine Bewährungsstrafe von neun Monaten aussprechen, allerdings muss sie zusätzlich hundert Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.

Ihr Ex-Freund bekam zwei Jahre, die ebenfalls zur Bewährung ausgesetzt werden, er zahlt zudem 3000 Euro. Zwar rechnete ihm das Gericht sein Geständnis an, doch zugleich galt es seine - zum Teil einschlägigen - Vorstrafen zu berücksichtigen. Und nachdem die beiden bei einem Einbruch ertappt und festgenommen worden waren, beging der 28-Jährige erneut einen Diebstahl: Als Kraftfahrer im Melsunger Warenlager von Edeka hat er - wie er gestand - Zigaretten mit einem Wert von 5300 Euro beiseite geschafft. Die Staatsanwaltschaft hatte ihm fünf Zigarettendiebstähle vorgeworfen, das Gericht hielt nur den einen für nachweisbar. Der 28-Jährige beteuerte, er habe derzeit „keinen Gedanken daran, etwas mitgehen zu lassen“. Er sei mit einer Frau verheiratet, mit der er ein Kind habe. „Ich will mit meiner Familie alt werden.“ Das Gericht bezeichnete seine Bewährungsstrafe als große Chance. Begeht er erneut eine Straftat, wird die Bewährung widerrufen. (pas)

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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