100 Jahre Rotes Kreuz: Ab heute wird in Körle gefeiert – Attraktion ist das Infomobil zum Rettungshubschrauber Christoph 7

Diese Helfer sind immer im Einsatz

Rote Hosen: Die aktiven DRK-Mitglieder heute, von rechts der Betreuungszug des Körler Ortsvereins, Mitglieder in blauer Dienstkleidung sowie in weißen Hemden, die etwa bei Blutspendediensten getragen werden und die Ausbilder des Jugendrotkreuz in grün.

Körle/Guxhagen. Sie sind immer da, wenn man sie braucht – und das seit 100 Jahren: Die Mitglieder des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Körle und Guxhagen feiern ab dem heutigen Freitag Jubiläum.

Die ersten Sanitätskolonnen waren in Körle und Guxhagen ab 1913 unterwegs. „Ärzte und Krankenhäuser waren damals weit weg. Deshalb brauchte man Leute, die bei Unfällen vor Ort waren und helfen konnten“, erklärt Michael Greiner, zweiter Vorsitzender des DRK-Ortsvereins Körle. Der Verein wurde 1972 gegründet und sechs Jahre später mit der Erweiterung des Vereinsgebiets in Körle/Guxhagen umbenannt. Heute hat er 554 Mitglieder, darunter 54 aktive Helfer.

„Man weiß, dass man gebraucht wird und helfen kann.“

Michael Greiner

Die Aufgaben der Helfer haben sich im Laufe der Zeit verändert. Während sie in der Anfangszeit vor allem bei Unglücksfällen eingesetzt wurden, sind sie heute auch bei fröhlicheren Anlässen dabei: vom Fußballturnier über die Karnevalssitzung bis zum Konzert. Wenn dort jemand einen Kreislaufkollaps erleidet oder sich verletzt, sind die DRK-Helfer zur Stelle.

Mit ihren Feldküchen können die Ortsvereinsmitglieder bis zu 800 Menschen verpflegen – das ist zum Beispiel bei Großbränden wichtig, wenn die Feuerwehren mehrere Tage am Stück im Einsatz sind und in dieser Zeit mit Essen versorgt werden müssen. Für die Opfer von Katastrophen wie Überschwemmungen oder Erdbeben haben die DRK-Helfer mehrfach Spenden gesammelt, indem sie Suppe kochten und verkauften.

Einen der dramatischsten Einsätze hatten die Helfer aus Körle, als bei Hochwasser der Strom im Melsunger Krankenhaus ausfiel. „Da haben wir geholfen, die Patienten zu evakuieren und in andere Kliniken zu bringen“, erzählt Greiner, der seit 35 Jahren Mitglied ist. Angefangen hat er beim Jugendrotkreuz, das 1973 ins Leben gerufen wurde und bis heute gut angenommen wird: Es gibt eine Kindergruppe für Fünf- bis Elfjährige und eine Jugendgruppe für Zwölf- bis 16-Jährige. Die 20 Kinder und Jugendlichen lernen zum Beispiel, wie man Unfälle vermeidet und nehmen an Wettbewerben teil.

Die Arbeit beim Roten Kreuz sei für viele interessant, sagt Greiner: „Man weiß, dass man gebraucht wird und helfen kann“, sagt er. „Das ist ein gutes Gefühl.“

Von Judith Féaux de Lacroix

Quelle: HNA

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