Dieselduft lag in der Luft

Hanomag-Verein Breuna stellte 130 Oldtimer-Trecker aus

Wäre am liebsten selbst gefahren mit dem alten Trecker: Philipp Göllner aus Obermeiser.

Breuna. Liebhaber von Oldtimer-Treckern kamen am Wochenende in Breuna auf ihre Kosten. Hinter der Gaststätte Wiegand standen in Reih und Glied noch funktionsfähig und herausgeputzt etwa 130 der landwirtschaftlichen Arbeitsfahrzeuge aller Fabrikate, die überwiegend vor einem halben Jahrhundert und noch früher vom Band gelaufen sind.

Veranstaltet hatte die zweitägige Treckerausstellung vom Breunaer Hanomag-Verein mit Armin Guthardt als Vorsitzender an der Spitze. Wobei die 135 Vereinsmitgliedern nur einen Teil ihres nostalgischen Fuhrparks präsentierten. „Insgesamt haben unsere Mitglieder rund 200 Oldtimer-Trecker in ihrem Besitz, wir wollten aber auch auswärtigen Sammlern die Gelegenheit bieten, ihre Fahrzeuge zu präsentieren“, sagte Armin Guthardt.

Allein er ist stolzer Besitzer von 33 alten Schleppern. Sein jüngstes Stück ist ein 107 PS starker Massey-Ferguson, Baujahr 1963 aus Kanada. Ein Werkstudent aus Bonn hatte ihn aus Nordamerika mitgebracht und zum Kauf angeboten. Guthardt erhielt den Zuschlag für mehrere 1000 Euro, investierte zusätzlich für sein neues Liebhaberstück für neue Reifen mit Originalfelgen rund 7000 Euro. Guthardt: „Der Listenpreis wäre über 3000 Euro höher gewesen.“

Das Schmuckstück in seiner Sammlung aber ist ein Hanomag-Traktor Baujahr 1943 mit Ketten statt Reifen. Dafür blätterte er vor 20 Jahren 6000 Mark auf den Tisch und machte ihn in über 500 Arbeitsstunde wieder flott. Guthardt: „Der Marktwert für dieses Fahrzeug liegt heute deutlich höher, aber den verkaufe ich nicht.“

Bei den Breunaer Hanomag-Freunden gab es aber nicht nur Trecker und Unimogs zu bestaunen, sondern auch jede Menge landwirtschaftliche Geräte aus früherer Zeit. Zudem Mopeds, Motorräder und Kleintransportfahrzeuge.

Besitzer von 21 Traktoren

Auch der sechsjährige Philipp Göllner aus Obermeiser war mit Vater und Opa gekommen, er fühlte sich wie im siebten Himmel. Der Knirps ließ keinen Trecker und Unimog aus, um hinter dem Lenkrad Platz zu nehmen und gedanklich eine Fahrt zu machen. „Ich bin verrückt auf Oldtimer-Trecker und hier kann ich Fahrzeuge bewundern, die wir zu Hause nicht haben“, stellte er fest. Immerhin nennen sein Vater und Opa 21 nostalgische Traktoren ihr eigen. Für die Kinder gab es mehrere Spielstationen, die Erwachsenen konnten am Samstagabend bei Festmusik fachsimpeln und beim Frühschoppen am Sonntag sorgte die Kapelle „Immerdurst“ für musikalische Unterhaltung.

Quelle: HNA

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