54-Jährige berichtet über hohe Sicherheitsmaßnahmen

In Paris: Dagmar Sippel aus Treysa schildert ihre Eindrücke vor der EM

+
Schaute sich für die HNA in Paris um: Dagmar Sippel vor dem Gebäude des französischen Fußballverbands. 

Paris/Treysa. Streiks, Blockaden, Terrordrohungen: Die Vorfreude auf die Europameisterschaft in Frankreich ist verhalten, bestätigt Dagmar Sippel.

Die Sicherheit

Die 54-Jährige berichtet von erhöhten Sicherheitsmaßnahmen. Nach den Attentaten vom Januar und November habe Frankreichs Präsident „maximale Sicherheit“ für die EM in ganz Frankreich zugesichert. Seit den November-Attentaten gelten Notstandsgesetze, Terrorverdächtige können leichter festgesetzt werden. Durchsuchungen und Leibesvisitationen von Besuchern seien erlaubt. Bis zu sieben Millionen Menschen werden in den zehn verschieden Stadien erwartet.

Das Hochwasser

Mit dem Dauerregen der vergangenen Tage musste sich Paris auf einen weiteren Notstand einrichten. Auch wenn das Hochwasser allmählich zurück geht: Der sintflutartige Regen und das Hochwasser seien eine zusätzliche, extrem unangenehme Überraschung der Natur gewesen, meint sie. Viele Museen waren wegen Überschwemmung geschlossen: der Louvre, das Museum Orsay, der Grand Palais - um nur einige zu nennen. Selbst das Tennis-Turnier Roland-Garros (French-Open) wäre fast ins Wasser gefallen. Außerdem ergeben sich durch das Hochwasser große Transportprobleme, manche Métro- und andere Linien sind gesperrt, die Quais an der Seine sind für Autofahrer nicht befahrbar. Aber Benzin gebe es wieder. Sippel: „Für den Tourismus in diesem Jahr ist all das eine absolute Katastrophe.“

Die Fan-Meile

Für die HNA hat sich Dagmar Sippel an der Fan-Meile am Eiffelturm, dem Champs du Mars, umgeschaut: Sicherheitspolizei überall, Stahlabsperrungen - wie in einem Ghetto sehe es aus. Fotografieren durfte Dagmar Sippel nicht. Das Areal sei ein „Horror“ für alle Anwohner, meint sie. „Bierzelte, Schnellimbisbuden und ein Mac Donald-Haus wurden kurzer Hand aufgebaut“, Picknick, die ganze Nacht über, werde erwartet.

Deutsch-Französischer Fan

Und das persönliche Fußballinteresse? „Zu Studentenzeiten habe ich über mehrere Jahre in den Sommer-Semesterferien bei der Firma Freudenberg in Treysa gearbeitet. Da kannte ich mich dann ziemlich gut aus, wusste alle Namen der deutschen Elf und auch von Vereinen in der Bundesliga“, erinnert sie sich. Ihr Vater, Heinrich Sippel, staunte immer, dass sie so gut Bescheid wusste. Seit 30 Jahren lebe sie nun in Frankreich und „es ist schon lustig zu sehen, wenn wir zuhause, mein französischer Mann Didier und ich, die Partie Deutschland - Frankreich gemeinsam anschauen“. Dann könne es passieren, dass sie der deutschen Mannschaft die Daumen drücke. Aber grundsätzlich sei es richtig, wenn der Bessere gewinne. Und zudem ist Dagmar Sippel eine „Europäerin mit Leib und Seele“. 

Quelle: HNA

Mehr zum Thema

Kommentare