„Come in“

Disko-Brand in Wabern: Polizei ermittelt jetzt wegen Brandstiftung

Wabern. Nach dem Großbrand, bei dem die Diskothek „Come in“ und ein angrenzendes Wohnhaus in der Bahnhofstraße in Wabern zerstört wurden, ermittelt die Polizei jetzt wegen Brandstiftung. Einen technischen Defekt schließen die Ermittler nun aus.

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Beamte der Regionalen Kriminalinspektion Homberg hatten noch am Samstag, in der Brandnacht, die Ermittlungen aufgenommen. Am Mittwoch wurde die Brandstelle zudem von Brandursachenermittlern der Regionalen Kriminalinspektion Homberg und des Hessischen Landeskriminalamtes begangen. Außerdem sorgte ein ortsansässiges Unternehmen mit einem Bagger dafür, dass einsturzgefährdete Gebäudeteile sowie der die Ermittlungen behindernde Brandschutt abgetragen wurde.

Die Ermittler machten als Brandausbruchsstelle die an die Gaststätte angebaute Terrasse ausfindig. Diese war vom rückwärtigen Grundstücksbereich frei zugänglich. Das Feuer hatte sich von der Terrasse beziehungsweise vom Terrassendach aus auf das Flachdach der Gaststätte ausgebreitet.

Bereits in der Brandnacht gab es Hinweise auf einen Streit zwischen Gästen der Diskothek. Im Verlauf des Streites habe ein Mann erzürnt die Lokalität verlassen. Ihm sei aber, anders als zunächst gemeldet, kein Hausverbot erteilt worden. Die betreffende Person wurde noch in der Nacht durch die Polizei aufgesucht. Die Identität des Mannes steht fest und er wurde in der Brandnacht vernommen. Doch ergaben sich keine Indizien für einen dringenden Tatverdacht, so die Polizei. Der Mann wurde wieder auf freien Fuß gesetzt.

Ein weiteres Ergebnis der Untersuchungen: Statt auf 250.000 Euro wird der Schaden nun auf 350.000 Euro geschätzt – zuzüglich des noch nicht zu beziffernden Inventarschadens.

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Disko-Brand in Wabern: Der Tag danach

Hinweise: Polizei Homberg, Tel.: 05681/7740.

Hintergrund: Fans stärken Brandopfer

Der verheerende Brand in der Waberner Diskothek „Come in“ hat bei Stammgästen für große Betroffenheit gesorgt.

Als die Nachricht von der Zerstörung der Disko die Runde machte, handelten Nadine Böll aus Felsberg und ihre Freund Patrick Rzitka. Im sozialen Netzwerk Facebook gründeten sie eine Gruppe unter dem Titel „Come in unser Loch“. Schnell wurden aus 100 Mitgliedern über 1200. Die Fans der Diskothek und viele Menschen, die Inhaber Gerhard Kahl persönlich kennen, trafen sich am Sonntagabend zu einer Art Gedenktreffen in der Bahnhofstraße. Am Brandort gab es eine Spendenaktion für Kahl, der nach dem Brand vor dem Nichts steht. (zzp)

Fotos: Disko in Wabern brennt

Feuer im Come In: Disko in Wabern brennt

Quelle: HNA

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