Verhandlung vor dem Amtsgericht Treysa

Vor der Disko gab es Prügel mit dem Stock

Schwalmstadt - Zwei 20-Jährige sollen Gruppe vor Schwälmer Disko geschlagen haben. Wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung mussten sich zwei Männer aus dem Schwalm-Eder-Kreis vor dem Amtsgericht Treysa verantworten.

Ihnen wird vorgeworfen, nachts vor einer Schwälmer Diskothek mit Fäusten und Schlagstock auf eine Gruppe Diskobesucher eingeprügelt zu haben. Die Opfer erlitten unter anderem Prellungen an Gesicht und Armen.

Die beiden 20-jährigen Angeklagten stritten ab, an der Schlägerei vor der Disko beteiligt gewesen zu sein. Das Puzzle aus insgesamt zwölf Zeugenaussagen, darunter die von drei Polizisten und einem Sicherheitsdienst-Mitarbeiter, setzte sich bis zum Verhandlungsende zu keinem vollständigen Bild über ihre Täterschaft zusammen.

Einer der mutmaßlichen Täter sagte aus, er sei die ganze Nacht bei seiner Freundin zu Hause gewesen. Die 18-Jährige bestätigte sein Alibi vor dem Richter. Der zweite Angeklagte hingegen gab an, eine Prügelei vor der Diskothek beobachtet zu haben. Daraufhin habe er die Polizei alarmiert und sei dann mit zwei Freunden nach Hause gefahren.

Jedoch identifizierten alle Schlägereiopfer - vier Männer und zwei Frauen im Alter von 18 bis 23 Jahren - den zweiten Angeklagten einwandfrei als Schläger. Sie schilderten den Tathergang wie folgt: Gegen 3 Uhr habe ein Teil der Gruppe im Raucherbereich der Disko den Angeklagten getroffen. Es sei zu einem kurzen Wortgefecht mit Handgemenge gekommen. Die Gruppe hat nach eigenen Aussagen daraufhin die Diskothek verlassen.

Draußen wollen einige Zeugen den Angeklagten beim Telefonieren gesehen haben. Kurze Zeit später sei ein VW vorgefahren, aus dem eine Person im Kapuzenpulli ausgestiegen ist. Beide Männer unterhielten sich; wenig später sei der Angeklagte auf sein erstes Opfer losgegangen. Dann sei der Mann im Kapuzenpullover mit seinem Schlagstock hinzu gekommen. Bis die Sicherheitskräfte der Disko eingeschritten waren, wurden auch die vier übrigen Opfer von Stock- und Faustschlägen getroffen.

Jedoch: Nur einer der Zeugen konnte den Kapuzenpulli-Mann in der Tatnacht eindeutig identifizieren. Die anderen Opfer sprachen von einem „Vermummten“. Kurz vor der Schlägerei soll der zweite Angeklagte besagten Mann allerdings beim Namen angesprochen haben.

Der Richter befragte teilweise mehrere Schlägerei-Opfer parallel, um lückenhafte Aussagen zu ergänzen. Das veranlasste den Anwalt eines der Angeklagten wiederum dazu, einen Antrag auf Entpflichtung vom eigenen Amt „wegen unsachgemäßer Zeugenbefragung durch den Richter“ zu stellen. Nach kurzer Beratung wurde der Antrag abgewiesen. Der Anwalt verweigerte fortan weitestgehend die Zeugenbefragung. Zu Störungen im Gerichtssaal kam es, weil ein Mann aus dem Publikum wiederholt bei den Befragungen dazwischen rief. Er wurde mehrfach verwarnt, letztlich unter Strafandrohung durch den Staatsanwalt.

Da einer der Angeklagten nachträglich zwei Entlastungszeugen benannt hat, wird die Verhandlung Mitte Juni fortgesetzt.

Quelle: HNA

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