Diskussion um Anbindung der Pommernanlage an RegioTram

Wolfhagen - Landkreis Kassel und Stadt Wolfhagen wollen ein Gespräch mit dem Nordhessischen Verkehrsverbund über mögliche Reaktivierung der Strecke führen

Gibt es eine neue Chance, die vorhandenen Gleise in der Wolfhager Pommeranlage für eine Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr, etwa durch die RegioTram, zu nutzen? Der Landkreis Kassel könnte sich eine derartige Variante gut vorstellen, sagt Sprecher Harald Kühlborn. Man sei bereit für Gespräche mit der Stadt Wolfhagen, dem NVV und der BImA (Bundesanstalt für Immobilienaufgaben), die zuständig für die ehemalige Kaserne ist.

Davon profitieren könnten etwa 1600 Menschen, die nach der erfolgten Konversion (Umwandlung) von Kaserne zu Gewerbegebiet und Schulstandort inzwischen dort arbeiten oder lernen. Kühlborn weiter: „In der Pommernanlage besteht noch weiteres Entwicklungspotenzial, dass macht eine Anbindung an den ÖPNV besonders interessant.“

Kühlborn verweist in dem Zusammenhang auf mögliche Förderprogramme des Landes Hessen. Beim NVV hält man sich noch etwas bedeckt, Sprecherin Sabine Herms sagt aber auch: „Generell ist das durchaus denkbar.“ Voraussetzung sei jedoch ein positives Ergebnis einer entsprechenden Kosten- und Nutzenanalyse. Wichtig seien die zu erwartenden Fahrgastzahlen, sagt Herms.

Auch bei der BImA ist man zurückhaltend. Zwar werde man die Gleisanlagen nicht zurückbauen, sagt Abteilungsleiter Rüdiger Vogd. Ein Wiederanschluss der Gleise an das Streckennetz der Deutschen Bahn sei Voraussetzung für eine Wiederbelebung, seitens der BImA jedoch nicht geplant. Vogd vermutet, dass man im Falle einer Reaktivierung mehrere „zehntausend Euro“ für Nutzungsrechte an die Deutsche Bahn zahlen müsste.

Seinerzeit waren die Gleise vom Netz der Bahn abgetrennt worden, da eine Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2008 der Schienennutzung für den öffentlichen Verkehr keinen wirtschaftlichen Erfolg prognostizierte.

Von Nicolai Ulbrich

Quelle: HNA

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