Anlieger wollen weniger zahlen – Kröll: Widerspruch steht jedem frei

Diskussion um die Kosten

Walter Stern

Wiera. Die Anwohner in Wiera fühlen sich von Seiten der Stadt nicht ausreichend über die Sanierung der Hauptstraße informiert. Nach einem offenen Brief von 41 Anliegern um Walter Stern (wir berichteten) lud Bürgermeister Wilhelm Kröll am Mittwochabend ins DGH ein.

Diskussionsbedarf gab es unter anderem zu den Punkten Verkehrssicherheit, Grünflächen, Umleitung und Anliegerbeiträge. Den Vorwurf mangelnder Informationspolitik wies der Bürgermeister von sich: „Das ist das dritte Anliegergespräch.“ Walter Stern hingegen argumentiert: „Sie geben uns auf unsere Fragen einfach keine Antworten.“

Gesprächsbedarf besteht nach wie vor beim Thema Gehwege: Zwar handele es sich bei der Fahrbahn um eine überörtlich Straße, die Bürgersteige würden jedoch überwiegend innerörtlich genutzt, erklärte Kröll. Gemäß der städtischen Satzung müssten 50 Prozent der Kosten auf Anlieger umgelegt werde. Alles andere wäre rechtswidrig und würde keiner Prüfung standhalten. Stern und viele andere Wieraer können das nicht nachvollziehen: „Warum wird es dann in Nachbarkommunen anders geregelt?“, fragte Andreas Stehl. In Wasenberg seien beispielsweise nur 25 Prozent auf Anlieger umgelegt worden. „Wir haben in diesem Fall keinen Handlungsspielraum. Aber Sie können natürlich gegen den Bescheid Widerspruch einlegen oder vom Klagerecht Gebrauch machen“, sagte Kröll. Die Kosten für die Gehwege stehen jetzt fest: veranschlagt sind 450 000 Euro.

Diskussionen gab es auch zum Thema Verkehrsberuhigung. Die Wieraer wünschen sich einen Überweg beziehungsweise eine Verkehrsberuhigung. Den Überweg hatte das ASV (Amt für Straßen- und Verkehrswesen) abgelehnt. Die Bedarfsermittlung habe sich an der Zahl derer orientiert, die die Straße pro Stunde überqueren würden, erklärte der Bürgermeister.

Als unbefriedigend beschrieb Stehl die Informationen zu den Grünstreifen. Nach den jetzigen Plänen würden diese nicht wieder angelegt, sondern die Flächen gepflastert. Werde die A49 nur bis Schwalmstadt weiter gebaut, drohe den Wieraern ein wesentlich höheres Verkehrsaufkommen. Die Bepflanzung könne dabei als Bremse dienen. Klaus Stern nannte Krölls Vorgehen „beschämend und infam“. „Das ist eine subjektive Unterstellung“, entgegnete Kröll. Er sei auf der Seite der Anwohner: „Aber die Realität ist eine andere: Denn in der stellt sich schnell die Frage, wer die Flächen mäht und pflegt“, so Kröll. Die Gestaltung soll jetzt noch einmal im Ortsbeirat mit den Anliegern diskutiert werden.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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