Diskussionsrunde zum Thema Wieragrund

Im Gespräch: von links Bürgermeister Wilhelm Kröll, Investor Eberhard Unger, die HNA-Redakteurinnen Sylke Grede und Anne Quehl, Margitta Braun und Dr. Jochen Riege von der Bürgerinitiative diskutierten über die Pläne für den Wieragrund. Fotos: Thiery

In Schwalmstadt wird ein Projekt kontrovers diskutiert: In Innenstadtnähe soll das Einkaufszentrum Wieragrund entstehen. Die HNA-Schwälmer-Allgemeine hatte Vertreter der Befürworter, Gegner und Investoren zum Gespräch eingeladen.

Schwalmstadt. Treysa sollte sich künftig als attraktiver lebenswerter Stadtteil Schwalmstadts präsentieren – darüber herrschte Konsens beim HNA-Redaktionsgespräch. Darüber, wie das Areal Wieragrund gestaltet werden sollte, gingen die Meinungen erwartungsgemäß weit auseinander.

Die Schwälmer Allgemeine hatte Befürworter und Gegner des Projekts an einen Tisch gebeten.

Gekommen waren als Sprecher des Bürgerbegehrens Wieragrund Margitta Braun und Dr. Jochen Riege. Für die Stadt Schwalmstadt sprach Bürgermeister Wilhelm Kröll. Eberhard Unger stellte sich als Vertreter der Investorengruppe Einkaufszentrum Wieragrund GmbH den Fragen der Schwälmer Allgemeinen. Im Fokus der Diskussionen standen Stadtentwicklung und -planungen, aber auch das angestrebte Bürgerbegehren.

Hier einige Standpunkte • Informationspolitik: Es habe nicht ausreichend Informationen gegeben (Margitta Braun). Dem Bebauungsplan seien lange Entscheidungsprozesse vorausgegangen (Bürgermeister Wilhelm Kröll). Konkrete Planungen seien zum richtigen Zeitpunkt vorgestellt worden – nämlich, als die meisten Mieter des Einkaufszentrums an Bord waren (Eberhard Unger). • Bürgerbegehren: Durch eine mögliche zeitliche Verschiebung könnte der Stadt Geld aus verschiedenen Fördertöpfen verloren gehen (Bürgermeister Wilhelm Kröll). Ein Bürgerentscheid diene der Legitimation und gehöre zur demokratischen Kultur (Jochen Riege). Die Arbeit dafür sei „ihre vornehmste Pflicht“, findet Margitta Braun: Es führe nicht zu einer Verzögerung.

Leerstände

Durch den Umzug von Geschäften ins Einkaufszentrum entsteht kein Leerstand, sagte Eberhard Unger. Nach dem Wechsel von Rewe in den Wieragrund werden sich nach derzeitigem Verhandlungsstand im Walkmühlenzentrum ein Tiernahrungsfilialist (Getränkemarkt) und ein Laden mit Kaufhauscharakter (Lebensmittelmarkt) ansiedeln.

Passage

Spekuliert wurde in Schwalmstadt über die Öffnungszeiten der Passage, die durch das Einkaufszentrum führen soll. Eberhard Unger stellte für die Investorengruppe klar, dass die Passage lediglich nachts geschlossen sei. Momentan sind Öffnungszeiten von werktags 7 Uhr bis 22 Uhr oder 24 Uhr und an Sonn- und Feiertagen von 10 Uhr bis 19 Uhr geplant.

Straße ist unabhängiges Projekt

Der Bau einer Entlastungsstraße vom Bahnhof in Richtung Wierastraße sei nicht an das Entstehen eines Einkaufszentrums im Wieragrund gekoppelt – das stellte Bürgermeister Wilhelm Kröll klar. Sobald der Bebauungsplan veröffentlicht sei und damit Rechtskraft hat, könne mit dem Bau der Straße begonnen werden. Ein Fallen des Einkaufszentrum bezeichnete Kröll aber als „fatal“. Die nötigen Flächen für die Straße muss die Stadt von der Investorengruppe kaufen, die sie ihrerseits dafür angekauft hat. Mit Blick auf Förderanträge, die noch in diesem Jahre gestellt werden müssten, betonte Kröll, dass es für den Bau der Entlastungsstraße nur ein begrenztes Zeitfenster gebe. Das gerate durch einen möglichen Bürgerentscheid in Gefahr. Auch mit Blick auf einen möglichen Weiterbau der Autobahn 49 bis Schwalmstadt „habe die Stadt derzeit das Wohlwollen des Landes“. Keine Alternative Seine Kritik: Politisch Agierende unterliefen jetzt mit dem angestrebten Bürgerentscheid die bereits vom Parlament gefassten Beschlüsse. Dabei gebe es zur Wieragrundstraße keine Alternativen, alles andere sei „leichtgläubig“.

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Quelle: HNA

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