Ditib Melsungen strebt friedliches Miteinander an

Für jeden offen: Zum Tag der offenen Moschee in Melsungen kam 2014 auch Ilona Braun vom Verein für ein zukunftsfähiges Melsungen. Der zweite Imam Hüsameddin Yildiz (rechts) erklärte den nicht-muslimischen Gästen die Ausstattung der Melsunger Moschee und beantwortete Fragen mithilfe der Übersetzer Yasin Cayli (3. v. links) und Emrullah Kara (2. v. rechts). Archivoto: ptr/nh

Melsungen. Nach Vorwürfen wegen antisemitischer Hetze auf ihrer Internetseite distanziert sich die türkisch-islamische Gemeinde Ditib Melsungen von allen Formen der Gewalt.

„Unser Verein existiert seit 1980 in Melsungen und wir pflegen viele gemeinsame Aktivitäten unter anderem mit der Kirche, den Schulen, den Parteien, der Stadt Melsungen und vielen anderen Organisationen“, sagt Emrullah Kara, ein Sprecher der Gemeinde.

„Wir haben immer bewiesen, dass wir die Nähe zu allen ethnischen und fremden Kulturen suchen und pflegen“, sagt er weiter.

Diese eine Seite des Internetauftritts habe großen Schaden angerichtet. „Aber weder sehen wir die Juden als Feindbild an noch führen wir Diskussionen darüber“, bekräftigt er. Besonders wichtig sei dem Verein mit etwa 100 Mitgliedern das tolle Miteinander in Melsungen nicht zu beschädigen.

Jeder, der sich interessiere, könne sich über die Arbeit des Vereins informieren und in der Moschee an der Kasseler Straße kommen. Jeden 3. Oktober gebe es außerdem einen Tag der offenen Tür und der Verein präsentiere sich regelmäßig - so zum Beispiel während der Markttage und auf dem Weihnachtsmarkt, sagt Kara.

„Ich werde anregen, dass wir vieles in der Außendarstellung überarbeiten“, sagt Kara.

Man distanziere sich von islamistischen Bewegungen wie den Salafisten. „Wir haben schon persönlich Prediger abgeblockt, die in Melsungen sprechen wollten.“ So zum Beispiel Pierre Vogel, mit dessen Inhalten man überhaupt nicht einverstanden sei. Vogel ist ein umstrittener deutscher islamistischer Prediger, der einem mittlerweile aufgelösten salafistischen Verein angehörte.

Ohne die Darstellung auf der Internetseite beschönigen zu wollen, müsse er aber hinzufügen, dass der Verursacher unbedarft Texte gesammelt, kopiert und auf der Ditib-Seite veröffentlicht habe. Dies sei laienhaft und ohne Absprache geschehen.

Der Mann habe keinesfalls für radikale Thesen gestanden, sondern lediglich die Seite erweitern wollen, die eigentlich über Veranstaltungen und die Arbeit des Vereins berichten sollte.

Die Seite habe in Inhalt und Intention nicht der religiösen Überzeugung der Ditib entsprochen, teilt der Landesverband mit. Jeder Ortsverein sei faktisch selbstverantwortlich und eigenständig.

Wie jetzt bekannt wurde, sei bereits im September auf einer Facebook-Seite auf die Melsunger Seite hingewiesen worden. „Das war uns nicht bekannt“, sagt Selçuk Dogruer von Ditib Hessen. Andernfalls hätte man sofort reagiert und damals schon die Seite aus dem Internet entfernt.

Quelle: HNA

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