Dörnberg: Erika Biedebach sammelte 300 Puppen in 30 Jahren

Erika Biedebach in ihrem Puppenzimmer: Sie weiß, woher alle 300 Puppen stammen. Die dunkelhäutige in ihrem Arm hat sie aus Altenhasungen. Foto: Laumann

Dörnberg. Erika Biedebach ist eine leidenschaftliche Sammlerin. Die 67-Jährige aus Dörnberg hat in drei Jahrzehnten über 300 Puppen zusammengetragen. Inzwischen bevölkern sie das ganze Haus.

Sie sind blond. Sie sind schwarzhaarig. Sie sind klein. Sie sind groß. Sie sind Erika Biedebachs Leidenschaft: Puppen. Wie viele in ihrem Haus in Dörnberg stehen, weiß sie selbst nicht. 300 hat ihr Mann Heinrich mal gezählt. Aber das ist Jahre her. Wahrscheinlich sind es viel mehr. Denn Biedebachs Sammelleidenschaft ist groß. Sie reicht vom Puppenzimmer im Keller bis ins Wohnzimmer.

Angefangen hat alles vor über 30 Jahren. Ganz klein. Mit Puppen, wenige Zentimeter groß. Die ersten stammen aus Dörnberg. Biedebach bekam sie von Freunden und Bekannten. Später ging es auf Flohmärkte. Auf einmal war die Faszination da. „Und ich konnte nicht mehr aufhören“, sagt die 67-Jährige mit einem Lachen.

Die Puppen wurden größer. „Nachher sehen Sie die kleinen nicht mehr. Das ist wie mit einem Rennfahrer, der ein schnelleres Auto will“, erklärt Biedebach. Die Puppen wurden nicht nur größer, sie wurden auch wertvoller. Puppen sammeln, das sei fast wie eine Sucht.

Biedebach besuchte Messen, Ehemann Heinrich und die Familie unterstützten das Hobby. „So wussten immer alle, was sie mir zum Geburtstag schenken konnten“, erzählt Biedebach.

Schildkröt-Puppe für eine Mark

Vom wem welche Puppe stammt, weiß sie genau. So wie bei der kleinen dunkelhäutigen, die sie plötzlich aus dem Regal holt. „Da hatte gerade die Grenze zur DDR aufgemacht“, sagt Biedebach. Die Sammlerin ergatterte eine Schildkröt-Puppe für eine Mark. Ein Spottpreis. „So hat sich das ergeben“, blickt Biedebach zurück. Über 300 Mal.

Doch nicht jede Puppe schaffte es in Biedebachs Puppenzimmer. Zwischen ihr und der Puppe musste es funken. „Man verliebt sich ein Stück weit. Ich schaue in die Augen und weiß: Das ist sie.“

Steht die Puppe erst einmal im Puppen- oder Wohnzimmer, kümmert sich die Sammlerin leidenschaftlich um sie. Sie strickt Kleider, zieht ihre Liebsten immer wieder anders an. Biedebach konzentriert sich auf diese Seite des Hobbys. Neue Puppen kommen nur selten hinzu. Aus einem einfachen Grund: „Mir fehlt der Platz. Ich weiß nicht mehr wohin mit ihnen.“ (akl)

Quelle: HNA

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