Grünen-Spitzenkandidat für Landtagswahl

Tarek Al-Wazir besucht B. Braun: Für die doppelte Wende

+
Einblicke: Die Delegation der Grünen mit von links Hermann Häusling, Tarek Al-Wazir, B. Braun-Vorstandschef Dr. Heinz-Walter Große und Dr. Bettina Hoffmann im Life-Werk in Melsungen.

Schwalm-Eder. Smart, eloquent und ein Fan von Nordhessen: Tarek Al-Wazir, Hessens Grüner Spitzenkandidat, war auf Wahlkampftour beim Medizintechnikhersteller B. Braun in Melsungen.

Begeistert von einer möglichen neuen Autobahn ist er nicht: „Die falschen Entscheidungen wurden aber bereits vor 30 Jahren getroffen, Damals hätten wir auf die Ortsumgehungen setzen sollen“, sagte er. Für den Weiterbau der A 49 ist er dennoch. Unter bestimmten Voraussetzungen: Der Bau müsse durchfinanziert und die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen sein. Für alle Bauabschnitte. „Wenn ich eine Fabrik bauen möchte, fange ich doch auch nicht mit der Tür an, weil gerade Geld da ist“, sagte der 42-Jährige.

Zwei Verkehrsminister in spe

Entscheidungen an denen er direkt mitwirken könnte, würde er im Falle eines Wahlsiegs von rot-grün Verkehrsminister. Das Amt beansprucht ebenfalls Günter Rudolph für sich, der parlamentarischer Geschäftsführer der Landtags-SPD aus Edermünde-Haldorf. „Wenn wir uns über die Besetzung des Amtes auseinandersetzen können, haben wir beide gut lachen. Denn dann hätten wir am 22. September die Wahl in Hessen gewonnen“, sagt Al-Wazir und lacht die mögliche Konfrontation beiseite.

Auch die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene würde ins Ressort des Verkehrsministers fallen. Al-Wazir bemängelt allerdings die fehlenden Investitionen der Deutschen Bahn AG. B. Braun-Vorstandschef Dr. Heinz-Walter Große kennt die Schwierigkeiten mit den letzten 20 Kilometer aus eigener Erfahrung. Auch der Medizintechnikhersteller setzt wieder vornehmlich auf die Straße.

Eine klares Ja gibt es von Al-Wazir zur Änderung des Paragrafen 121 der Hessischen Gemeindeordnung (HGO). Die Landesregierung hatte die wirtschaftliche Betätigung von Kommunen eingeschränkt. „Die Kommunen spielen eine große Rolle bei der Energiewende“, sagt der Offenbacher. Es gebe eine deutlich höhere Akzeptanz in der Bevölkerung, wenn die Energiewende zum Beispiel genossenschaftlich mitgetragen werde. CDU und FDP hätten sich die Energiewende zwar ins Programm geschrieben, es seien aber zwei paar Schuhe, was man sagt und was man macht.

Parallel zur Energiewende soll auch ein Paradigmenwechsel in der Landwirtschaft stattfinden. Dezentral, biologisch und dennoch erschwinglich. „Wir können nicht vorschreiben, was Verbraucher essen, wir müssen es aber nicht auch noch gesetzlich fördern“, sagte Al-Wazir.

Neue Mastbetriebe sollen künftig vermieden werden. Die 1a-Lösung wäre auf Bundesebene die Privilegierung der Bauvorhaben zu kippen, die kleine Lösung könne sein, es Kommunen zu ermöglichen, landwirtschaftliche Flächennutzungspläne zu erstellen.

Von Damai D. Dewert

Quelle: HNA

Kommentare