Ottraus Gemeindevorstand informierte über die Unterbringung von Flüchtlingen

Dorf diskutierte sachlich

Informierten über Flüchtlinge: (von links) Koordinator Andreas Schnücker, Gemeindeparlamentsvorsteher Hans-Jürgen Flohr und Bürgermeister Norbert Miltz standen den Bürgern Rede und Antwort. Foto: Haaß

Ottrau. Ottraus Bürgermeister Norbert Miltz zeigte sich am Montagabend sichtlich zufrieden. Er habe beim Thema Flüchtlinge eigentlich mit mehr Turbulenzen gerechnet, sagte das Gemeindeoberhaupt am Ende der Bürgerversammlung. Bereits nach 25 Minuten war der Tagesordnungspunkt zur Zufriedenheit aller Anwesenden abgearbeitet.

Die Mehrzweckhalle in Ottrau war gut besucht. Knapp 150 Bürger wollten sich unter anderem über die Flüchtlingsproblematik und die daraus resultierenden Folgen für ihre Gemeinde informieren.

Seitens des Schwalm-Eder-Kreises stellte der Koordinator der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe, Andreas Schnücker, zunächst die aktuelle Lage vor und stand im Anschluss für Fragen zur Verfügung. Augenscheinlich fühlten sich Ottraus Bürger aber ausreichend gut informiert, es gab nur eine allgemeine Frage zum Thema.

Zurzeit leben 1818 Flüchtlinge im Landkreis. Von den für diese Woche vom Land Hessen angekündigten 1000 Flüchtlingen sei Ottrau nicht betroffen, sagte Schnücker: „Wir rechnen damit, dass wir zum Jahresende auf 2500 bis 2700 Menschen kommen.“ Schnücker lobte Ottraus Verwaltung: „Durch die Transparenz haben die Bürger weniger Sorgen“.

50 Flüchtlinge für Ottrau

Für die Gemeinde Ottrau kalkulierte Miltz bis zum Jahresende mit der Ankunft von rund 50 Menschen, welche auf Immichenhain und Görzhain und Ottrau verteilt werden sollen. „Es ist erklärtes Ziel, dass wir uns der Aufgabe stellen“, betonte der Bürgermeister am Montagabend.

Neben bereits vorhandenen Wohnungen soll die Unterbringung der Flüchtlinge laut Miltz spätestens ab Januar auch in dem von der Gemeinde erworbenen Gasthaus Kelch erfolgen. Nur durch den Kauf des Gebäudes sei es gelungen eine Gemeinschaftsunterkunft in Ottrau zu verhindern, begründete er den Kauf des Gebäudes.

Gertrud Beck-Schlegel vom Verein Miteinander-Füreinander appellierte zum Schluss an alle Ottrauer, bei der Integration der Flüchtlinge mitzuhelfen. Von Sprachkursen bis hin zu Besorgungsgängen gäbe es viele Möglichkeiten.

Von Matthias Haaß

Quelle: HNA

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