Aus dem Dorf, fürs Dorf

Beschallungsanlage und Rednerpult für Friedhofskapelle in Harle

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50 neue Gesangsbücher im Wert von 198 Euro wurden auch gekauft: von links Markus Clobes, VR-Bank Chattengau, Ortsvorsteherin Alexandra Siehl Pfarrerin Ines Nebe-Wenderoth und Reinhold Gerhold von der Dorfgemeinschaft Harle.

Harle. Der Friedhof Harle ist seit September im Besitz eines neuen Pultes und einer neuen Beschallungsanlage. Wie es dazu gekommen ist: Es war der Januar vergangenen Jahres, die Beerdigung einer Persönlichkeit aus dem Dorf fand statt.

Die Kapelle war mit rund 100 Menschen voll besetzt, auf dem Friedhof hatten sich noch 300 weitere versammelt, um den Worten von Pfarrerin Iris Nebe-Wenderoth zu folgen.

Für viele Besucher war der Versuch vergeblich. Die Akustik des Lautsprechers, der an der Außenseite der Friedhofskapelle befestigt ist, war so schlecht, dass die Stimme der Pfarrerin nicht gegen Schnee und Regenschirme ankam. „Hinterher haben sich viele Menschen bei uns deswegen beschwert“, erinnert sich Nebe-Wenderoth noch genau an diese Trauerfeier, die auch ein Wendepunkt war.

Überall zu hören

Seit Anfang September besitzt der Friedhof nämlich eine neue Beschallungsanlage. Sie hat einen Lautsprecher, der auch in Sportstadien eingesetzt wird. Nebe-Wenderoths Worte sind nun auf dem ganzen Friedhof zu hören.

Die Idee, wie eine neue Anlage finanziert werden könnte, hatte Ortsvorsteherin Alexandra Siehl. Sie machte den Vorschlag, das bei der 800-Jahr-Feier 2009 eingenommene Geld in eine Beschallungsanlage zu investieren. Für 1109 Euro wurde diese gekauft, 500 Euro hat die VR- Bank Chattengau spendiert.

Ebenso neu ist das Rednerpult in der Friedhofskapelle. Für 214 Euro wurde es überarbeitet, ebenfalls mit beim Dorfjubiläum erwirtschaftetem Geld. „Das alte Pult hatte DDR-Charme“, erinnert sich Siehl mit Schrecken. Es war so alt wie die Kapelle, die in den 50er Jahren gebaut worden ist.

Das neue Pult selbst fristete ein Dasein in einer dunklen Ecke der Dorfkirche. „Es war eine spontane Idee von uns, das Pult hierher zu holen. Wichtig war, dass der Kirchenvorstand sein Okay gibt“, sagte die Pfarrerin.

„Das Pult habe ich dort nie gesehen“, sagte Reinhold Gerhold von der Dorfgemeinschaft Harle überrascht. Er verwaltet die Überschüsse des Dorfjubiläums und teilt sie zu, wie er selbst sagt.

Siehl und Nebe-Wenderoth betonten, dass es wichtig sei, dass das Geld aus dem Dorfjubiläum wieder zurück fließe in die Gemeinschaft. „Der Geist, der hier geherrscht hat, war Wahnsinn“, erinnert sich Siehl. „Man hat gemerkt, dass das Dorf zusammenhält“, sagt Nebe-Wenderoth.

Pult von Künstler erneuert

Das Pult strahlt nach der Überarbeitung durch Erich Freudenstein in neuem Glanz. Der Harler Künstler hat das Holz, etwa 12 Millionen alte Mooreiche, die vor 15 Jahren aus einem Teich bei Harle gefischt wurde, überarbeitet. An der Vorderseite sind die griechischen Buchstaben Alpha und Omega zu sehen, rechts und links Kreuze.

Die Symbole beziehen sich auf ein Jesuszitat aus dem neuen Testament: „Ich bin der Anfang und das Ende“, erklärt Nebe-Wenderoth die Bedeutung.

Quelle: HNA

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