Ein Dorf setzt auf die Energie vor Ort

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Volles Haus: Großes Interesse fand in Wasenberg die Vorstellung der Machbarkeitsstudie für ein Nahwärme-Netz. Foto: privat/nh

Wasenberg. Wasenberg ist weiter auf dem Weg, das erste Bioenergiedorf im Schwalm-Eder-Kreis zu werden. Eine Machbarkeitsstudie im Zusammenhang mit dem Nahwärme-Konzept für den Willingshäuser Ortsteil wurde vorgestellt.

Erläuterungen dazu lieferte bei einer Informationsveranstaltung unter anderem Werner Arnold vom Planungsbüro aus Grebenhain.

Die Studie sieht vor, dass die Wärme aus den erneuerbaren Energiequellen Biomasse und Sonne kommen soll. Hinzu kommen laut Pressemitteilung Wärmeüberschüsse aus einem Blockheizkraftwerk, das von der Ransbacher Biogasanlage betrieben wird, und eine Holzhackschnitzelheizanlage mit zwei Kesseln, die unterschiedliche Hackschnitzelqualitäten verarbeiten können. Zudem könnten thermische Solaranlagen für die Warmwasserbereitung in den Sommermonaten sorgen. Das Nahwärmenetz wird eine Länge von 11 400 Metern haben und im gesamten Ort installiert werden. Gleichzeitig werden Leerrohre für mehrere Glasfaserleitungen bis in die Gebäude verlegt.

Die Investitionskosten für das gesamte Projekt werden bei rund 6,6 Mio. Euro liegen, schätzen die Planer. Finanziert werden soll es über Fördermittel, Eigenkapital der noch zu gründenden Genossenschaft und einem Bankdarlehen.

Kosten für Heizung sinken

Aus Sicht der Planer ist die Umsetzung eines Nahwärmenetzes in Wasenberg sowohl aus wirtschaftlichen als auch aus Kostengründen möglich. Der größte Vorteil sei, dass nach Tilgung der Investitionskosten, die Kosten für die Wärmeabnehmer erheblich günstiger werden.

Weitere Vorteile des Nahwärmenetzes sehen die Planer in der Versorgungssicherheit mit regionalen Brennstoffen, die die Kaufkraft vor Ort halten und einen Komfortgewinn: Eine Hausübergabestation würde die bisherige Heizung ersetzen. Eine Lagerung von Heizöl, Gas, Holz oder Kohle wäre nicht mehr nötig. Wie geht es nun weiter? Als erstes muss ein Gestattungsvertrag mit der Gemeinde Willingshausen abgeschlossen werden, teilt die Initiative, die sich für Nahwärme in Wasenberg stark macht, mit. Danach könnte die Energiegenossenschaft Wasenberg gegründet werden und damit die Geschäftsfähigkeit hergestellt werden.

Auf Basis der Machbarkeitsstudie führen die Initiatoren nun Vorgespräche zur Vermarktung der Glasfaserleitungen. Parallel dazu finden Vorgespräche mit Stromversorgern für einen Sondertarif der Wasenberger Haushalte, die sich der Energiegenossenschaft anschließen, statt, erklärt Heinz Heilemann, Sprecher der Initiative. (syg)

Infotreffen: mittwochs ab 19 Uhr in Wasenberg, Schatteröder Weg 18

Kontakt: Heinz Heilemann, Tel. 06691/ 21701

www.wasenberg.de

Quelle: HNA

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