Nach vier erfolgreichen Wettbewerbsrunden trägt Mengsberg jetzt den europäischen Vize-Meistertitel

Ein Dorf auf der Siegerstraße

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Mengsberg: Schwälmer Dorf ist spitze in Europa.

Mengsberg. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Nachricht am Dienstagabend in Mengsberg, und wer es nicht vom Nachbarn hörte, wurde per Lautsprecher vom spontan in Marsch gesetzten Komitee auf dem Schlepperwagen informiert: Im Europäischen Dorfwettbewerb hat sich Mengsberg mit zwei Handvoll weiterer Orte aus Ländern wie Italien und Luxemburg auf den zweiten Platz geschoben. Nur Tihany am ungarischen Plattensee hat in den Augen der Jury noch mehr zu bieten.

Doch was ist es, was durch das Urteil der Juroren über vier Jahre zum Durchmarsch an die europäische Spitze führte? Bei einer von Helmut Zieße geführten Rundfahrt durch das von der Morgensonne beschienene Siegerdorf wurde das gestern mühelos klar: Menschen jeder Altersgruppe genießen in dem 1294 erstmals erwähnten Ort mit sage und schreibe neun Gemarkungsgrenzen offensichtlich eine außergewöhnliche Lebensqualität.

So laden schöne Plätze zum Treffen und Verweilen ein, Paten sorgen für die Pflege, viele hübsche I-Tüpfelchen stiften Atmosphäre. Am Dorfplatz treffen sich nachmittags die Alten zum Plausch, Jugendliche zieht es abends auf die urige Holzsitzgruppe am Lindenplatz. Viel Raum und Anregung gibt es für Kinder jeden Alters, ihr schönster Ort ist der Kinderwald. „Wir leben hier wie eine Familie“, erzählt Zieße, „Außenseiter gibt es bei uns nicht“. Es gibt eine ganze Reihe gepflegter Sportanlagen, Reiter, Schwimmer, Schützen und viele andere Aktive finden in Mengsberg hervorragende Anlagen vor.

Mengsberg: Schwälmer Dorf ist spitze in Europa

Ihre Lebensqualität ist für die Mengsberger eng mit der Natur verbunden. Der schafft man im und rund um das Dorf reichlich Platz und freut sich an den reichen Beständen zum Teil seltener Insekten und lang vermisster Pflanzen. So bleibt ein Stück Wald nach Windwurf bewusst sich selbst überlassen, Schüler und Erwachsene verfolgen gespannt die Entwicklung. Der Mengsberger Naturlehrpfad mit Schmankerln wie der Hirschkäferwiege und dem Feuchtgebiet Erlenbruch zieht Kinder- und Erwachsenengruppen an. Manfred Völzke, Wahl-Mengsberger und Rektor im Ruhestand, wacht über das pädagogische Konzept.

Überhaupt findet sich im Siegerdorf für praktisch jede Disziplin ein Freiwilliger vom Fach, Eigeninitiative und Eigenleistung sind die obersten Werte in der Ortsgemeinschaft, betont Helmut Zieße. Er selbst wird von der Stadt Neustadt mit einer Stunde pro Tag beschäftigt, selbstredend ist er täglich deutlich länger im Einsatz.

Denn zu tun gibt es immer etwas, ungezählte Wegweiser, Beschilderungen, Bänke, Kinderspielgelegenheiten und vieles mehr erzählen davon, dass Mengsberger sich nur selten zurücklehnen.

Von Anne Quehl

Quelle: HNA

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