Ort hieß damals Lewwesten

Schiffelborn will im Juni seinen 700. Geburtstag feiern

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Sie freuen sich auf das große Fest im Juni: von links Karl Wilhelm Losekamp (Vorsitzender), Eduard Dippel, Carina Jaklin, Jonas Jaklin und Christina Losekamp vom Verein „Wir für Oberurff-Schiffelborn“.

Schiffelborn. Funktioniert hat es immer. Mal besser und mal schlechter. Oberurff und Schiffelborn sind sich seit Jahrhunderten nicht nur räumlich nahe.

Beide Orte haben schon weit vor ihrem Zusammenschluss im Jahr 1964 zusammengearbeitet und ausgetauscht. Anders ging es auch nicht. „Schiffelborn hing am Tropf von Oberurff“, erklärt Karl Wilhelm Losekamp. Förster, Pfarrer, Schule: Vieles haben sich die beiden Dörfer stets geteilt. Am Sonntag, 26. Juni, wird an diese Geschichte erinnert. Dann wird der 700. Geburtstag Schiffelborns gefeiert. Natürlich zusammen.

Ärmste Dörfer

Vor 700 Jahren wurde Schiffelborn, das damals noch Lewwesten heiß, zum ersten Mal urkundlich erwähnt. „Der Ort gehörte zu den ärmsten Dörfern der Region“, erklärt Losekamp. Die Hanglage machte die landwirtschaftliche Arbeit schwierig, im Sommer trockneten die Brunnen aus. Wer Wasser wollte, musste mit Eimer und Joch runter zur Urff.

Später gab es in Schiffelborn eine Gastwirtschaft und einen Korbmacher. „Was die Schiffelborner zum Leben brauchten, mussten sie entweder selbst anbauen oder aus Oberurff holen“, erklärte Eduard Dippel. Durch die gute Zusammenarbeit verlief auch der Zusammenschluss 1964 ruhig. Streit oder Missverständnisse gab es nicht. Stattdessen direkt ein gemeinsames Projekt: 1969 wurde das Dorfgemeinschaftshaus gebaut. In eben diesem Dorfgemeinschaftshaus haben die Oberurffer und Schiffelborner passend zum Geburtstag einen Schatz gehoben: Protokolle und Tagebücher aus den Jahren 1867 bis 1964.

Aus diesem Stoff und den vielen weiteren Anekdoten und Bildern der Einwohner entsteht derzeit eine Schiffelborner Chronik. 70 bis 80 Seiten soll das Werk später stark sein. Es soll um die Geschichte der Landwirtschaft, um die Häuser, die Kindheit in Oberurff und Schiffelborn und natürlich um die Ruine Löwenstein gehen.

„Wir wollten einmal die historische Seite vorstellen“, sagt Karl Wilhelm Losekamp. Dippel freut sich auf die Lektüre. „Das ist so spannend wie ein Krimi. Auch die Älteren haben vieles nicht gewusst.“ 

Quelle: HNA

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