Klein, aber oho: In Heimbach halten Jung und Alt gemeinsam ihren Ort lebendig

Ein Dorf zum Wohlfühlen

Vor der alten Linde: Ein schönes Plätzchen haben die Heimbächer vor dem Baum, der 300 Jahre alt sein soll. Dort fand früher die Kirmes statt. Die Gruppe aus Anwohnern und Gästen schloss sich dem Dorfrundgang an. Fotos: Schittelkopp

Heimbach. Wer Landidylle sucht, der sollte einmal nach Heimbach kommen. Dort treffen sich die Bewohner abends am Dorfplatz zu Bier und Pizza, im kleinen Lädchen gibt es von Kaffee bis zum Putzmittel alles, aus dem Brunnen davor plätschert das Wasser der dorfeigenen Quelle und die älteren Damen bauen im Bauerngarten ihr eigenes Gemüse an.

„Es ist einfach wunderschön hier“, sagt Christa Stehl, die Heimbächer schätzen die Ruhe und die Natur um ihren Ort herum. Die Kinder tollen zusammen auf den Straßen herum, die Nachbarn achten auf die Jüngsten. Regelmäßig trifft sich die Kindergruppe um Claudia Stehl im Wald. „Ich spiele am liebsten Sägen im Wald“, sagt der vierjährige Nick Bischof. Emsig bauen die Kinder auch an ihren Dämmen im Bach.

84 Menschen leben derzeit in Heimbach, darunter zwölf Kinder, sie halten das Dorf im Gilserberger Hochland lebendig. Im Ort steht nur ein Wohnhaus leer, berichtet Ortsvorsteher Reiner Dippel, selbst die alte Schule ist bewohnt. „Ich bin hier von der 1. bis zur 8. Klasse zur Schule gegangen“, erinnert sich Karl-Heinz Bieber.

Er und seine Frau Hannelore Bieber betreiben seit 1995 den kleinen Dorfladen an der Ortsdurchfahrt. 100. Geburtstag kann der Laden feiern, denn schon Biebers Großvater und Vater betrieben das Geschäft. „Zum Überleben reicht es zwar nicht“, fügt der Rentner an. Dennoch will das Paar den Laden weiterführen, das Herz hängt daran.

Viel Herz und Arbeit stecken die Heimbacher auch in ihre Vereine. Fast jeder Bewohner ist irgendwo Mitglied. Neben Feuerwehr, Spinnstube und Verschönerungsverein ist der Schützenverein der aktivste und größte Verein im Ort. Die zwei Schießstände des Dorfes zeugen von der Leidenschaft der Hochländer zu diesem Sport. Auch Silvia Bischof ist, was das betrifft, eine echte Heimbächerin. Als Jugendliche trat sie dem Verein bei und trägt in diesem Jahr den Titel der Schützenkönigin. Ihr Mann Lino Bischof, Vorsitzender des Schützenvereins, trägt es mit Fassung.

Er mag die Veranstaltungen, die das Jahr über von den Heimbächern auf die Beine gestellt werden: Schießwoche, Maifeuer, Wanderungen, Grillen am 3. Oktober, Martinsritt. Der Brauch des Pfingstmännchens soll wiederbelebt werden. Jeden Freitag treffen sich Einwohner und Gäste im Vereinsheim. „Hier kommen Alt und Jung zusammen, das ist toll“, sagt Lino Bischof.

Der Zusammenhalt wird in Heimbach groß geschrieben. „Selbst die Hand- und Spanndienste bei Beerdigungen gibt es hier noch“, berichtet Ortsvorsteher Dippel. Man kennt und hilft sich eben in Heimbach. ARTIKEL UNTEN

Von Claudia Schittelkopp

Quelle: HNA

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