Fördergeld gibt es nur noch für Städte und Gemeinden

Wegen Fördergeld: Dorferneuerer müssen an einem Strang ziehen

Schwalm-Eder. Dorferneuerer müssen künftig an einem Strang ziehen: Sie erhalten Fördergeld nur noch auf Stadt- oder Gemeindeebene und nicht mehr für einzelne Stadt- oder Ortsteile. Das teilte das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung mit.

Erstmals könnte es künftig laut Ministerium möglich werden, Initiativen im Ort auch mit Sachleistungen zu unterstützen. Damit könnte beispielsweise ein Verein, der sich für die Nachbarschaftshilfe stark macht oder Hol- und Bringdienste anbietet, Geld für ein Auto bekommen. Mit Fördergeld umgesetzt werden könnten außerdem Lösungsvorschläge für baufällige Gebäude.

Bei der Kreisverwaltung Schwalm-Eder erachtet man das als sinnvoll. Für nicht akzeptabel halten es Landrat Frank-Martin Neupärtl und Andrea Nagel vom Fachbereich Landentwicklung dagegen, im neuen Verfahren hessenweit künftig pro Jahr und Landkreis nur eine Stadt oder Gemeinde ins Programm aufzunehmen. „Unserer Meinung nach sollten mindestens zwei Kommunen pro Jahr anerkannt werden“, erklärten dazu übereinstimmend Neupärtl und Nagel.

Mit der Überarbeitung der Richtlinie wolle das Land die Städte und Gemeinden in die Lage versetzen, Probleme mit einer Gesamtstrategie anzupacken, erklärte Reiner Kopp, Referatsleiter für Ländliche Entwicklung im Ministerium. Damit verbunden sei künftig die Erarbeitung eines Integrierten kommunalen Entwicklungskonzeptes, kurz Ikek.

Ein solches Konzept - praktisch der Nachfolger des Dorfentwicklungsplans - erarbeitet bei einem hessischen Pilotprojekt im Vogelsbergkreis bereits die aus 15 Ortsteilen bestehende Stadt Schotten. Ein Vorteil zeigt sich dort laut Uwe Döll von der Bauabteilung bereits jetzt: Der Dialog zwischen den Stadtteilen wurde gefördert.

Von Lorenz Grugel

Quelle: HNA

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