Gebäude sah schlimm aus, jetzt ist das Gröbste erledigt

Dorfgemeinschaftshaus von Lützelwig ist renoviert

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Jetzt fehlt noch die Deko: Neben Fotos von Lützelwig will Alexander Seib ein Gemälde vom Dorf an die Wand malen lassen. Vorlage dafür soll ein Foto sein, das an die Wand gestrahlt wird.

Lützelwig. "So eine Hütte will keiner mieten, wenn es da aussieht wie Hund." Alexander Seib, Ortsvorsteher von Lützelwig, spricht Klartext. Der Zustand des DGH von Lützelwig, das in den 70er-Jahren gebaut wurde, sei am Ende sehr schlecht gewesen. Jetzt wurde es renoviert.

Der Putz bröckelte von den löchrigen Wänden, über der Heizung war die Wand mit schwarzen Flecken übersät, die Tischdecken klebten an Tischen fest, die Decke war voller Wasserflecken und die Gardinen gelb und löchrig.

Die Renovierung war deshalb das erste Projekt, das der 24-Jährige nach seiner Wahl zum Ortsvorsteher 2011 anging: 2012 wurde der Vorplatz renoviert, bis Oktober die Innenräume.

Der schlimme Zustand habe Mieter immer mehr geärgert. "Viele haben die Räume nur gemietet, weil man keine Angst haben musste, etwas kaputt zu machen; das war ja kaum noch möglich", so Seib. Die Folge: die Vermietungszahlen gingen zurück. Das soll sich nach der Renovierung ändern.

"Als erstes haben wir den Eingangsbereich, der zwei Jahre brach lag, gepflastert. Jetzt ist er mit Autos und Lieferwagen befahrbar." Die Wände des Saals hat der Ortsbeirat zusammen mit vier freiwilligen Helfern gelb-grau gestrichen, die Decke weiß. Neben dem Eingang wurde eine Treppe gebaut, die zum Schotterparkplatz führt. Die Kosten dafür habe die Stadt Homberg übernommen.

230 Euro gab es außerdem für die Saal-Renovierung. Davon wurden Wandfarbe, Pinsel und Stoff für neue Gardinen gekauft. Genäht hat diese eine Frau aus Lützelwig.

"Es ist schade, dass man das meiste selber machen muss", sagt Seib. Er habe auf mehr Unterstützung von der Stadt gehofft. Die Kosten für die 70 neuen Stühle übernahm die Stadt zwar, neue Tische aber nicht, die seien zu teuer gewesen. Auch der Gemeinschaftsraum im Erdgeschoss sei vom Kirchenvorstand der 92-Einwohner-Gemeinde in Eigenleistung renoviert worden. Der Kirchenvorstand hat ihn weiß gestrichen und mit Bildern dekoriert. Jetzt nutze dieser den vorher ungenutzten Raum für gemeinsame Treffen.

Seib ist zufrieden mit dem neuen DGH, es sei aber noch viel zu tun: "Die Küche ist in desaströsem Zustand, die Stadt hat uns zugesichert, dass sie noch renoviert wird." Der Flur und die Theke im Saal will er streichen. Auch die Decke solle noch erneuert werden, sie sei nicht dicht: "Wir wissen nicht, wann der Schaden behoben wird."

Vor allem für Privatfeiern werde das Dorfgemeinschaftshaus genutzt, aber auch ein Strick- und ein Gymnastikkurs nutzten den Saal regelmäßig. "Eine Frau hat hier vor zwei Wochen ihren 60. Geburtstag gefeiert. Ohne Renovierung hätte sie den Saal nicht gemietet", ist sich Alexander Seib sicher.

Von Nina Nickoll

Quelle: HNA

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