Grebenau feiert sein 1225-jähriges Bestehen - inoffiziell, denn ein Beleg fehlt

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Grebenau packt es an: Im Vorfeld des Dorffestes erneuerten Freiwillige den Dorfplatz. Sie stellten neue Lampen auf, pflasterten den Nebeneingang zum Feuerwehrhaus und brachten wie Andreas Filip auf unserem Bild den Dorfbrunnen auf Vordermann.

Grebenau. Selbsthilfe ist für die Grebenauer ganz wichtig. Das weiß Ortsvorsteher Klaus Döring aus Erfahrung: vom Grillhüttenbau 1977, dem Sportplatzbau 1981 oder etwa auch den jüngsten Vorhaben zur Dorfverschönerung.

Aber auch beim Feiern lässt sich die Dorfgemeinschaft die Butter nicht vom Brot nehmen: Mag sich die Fachwelt über die Geburtsstunde Grebenaus nicht einigen können, am morgigen Samstag feiert Grebenau eine 1225-Jahrfeier - allerdings inoffiziell, wie Klaus Döring vom elfköpfigen Festausschuss anmerkt.

Seit Jahrzehnten halten die im Dorf weitergereichten Akten aus der Sicht des Ortsvorstehers die Einwohner in der Gewissheit, ihr Dorf sei weit über 1000 Jahre alt. Auf der Grundlage dieser Akten hatte man sogar schon eine 1225-Jahrfeier geplant. Nur: Beim Staatsarchiv Marburg war nur eine echte Urkunde von 1057 zu finden, alles andere ließ sich wissenschaftlich nicht erhärten.

Grebenau feiert trotzdem. Einen Tag lang soll die 1225-Jahrfeier rund ums Feuerwehr- und Schützenhaus stattfinden - ein historischer Standort: Dort hatte man 1846 ein Fachwerkhaus zur Schule umgebaut, wobei die Wurzeln der Einrichtung bis in die Zeit vor dem Dreißigjährigen Krieg zurückreichen.

Neuer Dorfplatz

Der Festplatz ist zugleich ein Beleg für die Aktivitäten der Dorfgemeinschaft: Als man 2007 den Sprung ins Dorferneuerungsprogramm verfehlte, ließen sich die Grebenauer nicht entmutigen und legten ein eigenes Verschönerungsprogramm auf. Dabei gestalteten sie ihren Dorfplatz neu, der am Samstag eingeweiht werden soll. Wenn alle Grebenauer kommen, werden nach einer Statistik der Verwaltung mindestens 283 Menschen feiern. (lgr)

Die inoffizielle 1225-Jahrfeier findet am Samstag, 10. September, statt und hat folgendes Programm: 11 Uhr: Gottesdienst mit Posaunenchor Wollrode; 12 Uhr: Gulaschsuppe, Spießbraten, Weckewerk und alles rund um die Kartoffel; 13.30 Uhr: Einweihung Dorfplatz und Kommers; 15 Uhr: Kaffee und Kuchen; 15.30 Uhr: Peitschenknallen; 16 Uhr: Pokalspiel gegen Büchenwerra; 17 Uhr: Ralf Löber erzählt Dorfgeschichten, außerdem Dorfsingen; 17.30 Uhr: gemütlicher Abend.

Der historische Maschinenring Grebenau wird seine Maschinen ausstellen und auch einige Vorführungen bieten; die Jugendfeuerwehr wird Spiele für Kinder anbieten.

Quelle: HNA

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