Dorfladen in Oberelsungen schließt Ende Oktober

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Schließt seinen Laden: Betreiber Bruno Rosendahl.

Oberelsungen. Der Dorfladen in Oberelsungen an der Nothfelder Straße schließt. Was als Gerücht im Dorf kursierte, wird Ende Oktober Realität: „Die Entscheidung ist gefallen“, sagt der 62-jährige Ladenbetreiber Bruno Rosendahl.

Der Grund: Mietstreitigkeiten zwischen ihm und der Stadt Zierenberg. Droht jetzt der Leerstand des Ladens? Bürgermeister Stefan Denn sucht schon nach einem Nachfolger. „Wir sind in Gesprächen“, sagt er.

Bruno Rosendahl hat inzwischen an die Ladenkasse das Kündigungsschreiben der Stadt aufgehängt. „Weil mich die Leute ständig ansprechen“, sagt er. 15 Jahre betrieb er das Geschäft mit den fünf Angestellten.

So lange lief auch der Vertrag für die über 200 Quadratmeter Verkaufsfläche und die 130 Quadratmeter große Wohnung über dem Geschäft. Und genau an diesem Punkt entzündete sich jetzt der Streit zwischen den Beteiligten. Das Ergebnis: Rosendahl macht dicht. Oberelsungen steht dann möglicherweise für einige Zeit ohne Lebensmittelmarkt da. Zu den Gründen für das Aus des Dorfladens gibt es unterschiedliche Ansichten. Klar ist, laut Vereinbarung hätte sich mit dem 31. Mai dieses Jahres der Mietvertrag automatisch auf unbefristete Zeit verlängert.

Um planen zu können, suchte Rosendahl im Januar das Gespräch mit Bürgermeister Denn. Schließlich wollte er den Laden an seine Tochter übergeben. „Aber mir war die Miete von 766 Euro zu hoch“, sagte er.

Der Mietvertrag war laut Rosendahl 1998 für den Laden plus eine darüberliegende Wohnung vereinbart worden. Die Stadt habe die Wohnung aber wegen Geldmangels nicht errichten können. Deshalb habe er sie selbst gebaut. „Dort standen nur Außenwände“, sagt Rosendahl. Die aus seiner Sicht zu hoch veranschlagte Miete habe er dann erstmal gezahlt. „Ich wolle nicht gleich einen Streit anfangen.“ Eine vertrackte Situation: Denn laut Bürgermeister sei die Eigenleistung mit einer niedrigeren Miete berücksichtigt worden.

Artikel aktualisiert um 9.30 Uhr

Das Januar-Angebot Rosendahls von 550 Euro im Monat lehnte die Stadt ab. „Die Miete war von Anfang an zu niedrig für den Laden und die Wohnung“, sagt Denn. Das sieht Rosendahl anders: „Die Wohnung kann die Stadt ja nicht mit einrechnen, da ich alles selbst gemacht habe.“ Die Folge: Die Stadt kündigte den Vertrag, ohne dass zwischen Januar und Mai erneut gesprochen wurde. Als neue Miete bot die Stadt 825 Euro an – für Laden und Wohnung. 50 Euro mehr als im alten Vertrag. Zu viel für Rosendahl. „500 Euro sind marktgerecht für den Laden - ohne Wohnung.“

Laut Denn hätte man über den Preis verhandeln können. Für Rosendahl gibt es kein Zurück: „Ich mache zu.“

Von Max Holscher

Quelle: HNA

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