Dorfrundgang in Mosheim: Kunst, Schmiede und Wein

+
Kunst in der Scheune: Betty Sarti de Range vor einem ihrer Kunstwerke, das sie schon im Garten des Schlosses Wilhelmstal unter dem Titel Geschlossene Gesellschaft ausstellte.

Malsfeld. Mosheim ist gewachsen: 475 Menschen leben inzwischen in dem Malsfelder Ortsteil.

Mosheim. In der Rosenschmiede in Mosheim wird es am letzten Adventswochenende gemütlich: Oskar und Susanne Apel schmücken dann ihren kleinen Hof und die Mosheimer treffen sich zum Weihnachtsmarkt. „Das ist ein Beispiel dafür, dass wir gern zusammenkommen“, sagt Ortsvorsteherin Sindy Marx, beim Rundgang durch den Malsfelder Ortsteil. Und Raum für Geselligkeit braucht man in Mosheim. 475 Menschen wohnen in dem Dorf.

Neubaugebiet 

„Seit wir das Neubaugebiet haben, sind wir gewachsen“, sagt Sindy Marx. Einige junge Familien haben sich niedergelassen - allein 50 Kinder leben im Dorf. Viele Einheimische seien darunter, aber auch einige Zugezogene. Die Idylle des Ortes, aber auch die Nähe zur Autobahn und den Arbeitsplätzen in Kassel und Melsungen lockten die Menschen nach Mosheim, so Sieglinde Tonn.

Beliebter Treffpunkt: Margret Roesen in ihrer Weinstube, die sie in der ausgebauten Scheune betreibt.

Alte Höfe und Fachwerk 

Im Dorfkern hingegen erinnert alles an das Leben der Bauern vor hunderten von Jahren. Zwar haben sich einige junge Leute die alten Höfe und Fachwerkhäuser zurechtgemacht. Andere Höfe hingegen wirken verlassen. „Viele Landwirte geben auf, weil sie keinen Nachfolger haben“, sagt Gerhard Wiegand. Der 65-Jährige ist bereits in Rente und vermietet seine Scheunen nun. Es gibt nur noch einen Milchbauern und zwei Imker, aber auch einen Betrieb, der eine moderne Biogasanlage betreibt. Sei versorgt 30 Haushalte in Mosheim mit Fernwärme.

Zwei Künstler 

Zwei Künstler leben in Mosheim. Neben dem Aquarell-Maler Lutz Lobert betreibt die aus Venezuela stammende Künstlerin Betty di Sarti ein Atelier in ihrer Scheune. Dort beschäftigt sie sich mit moderner Kunst und Fotografie. Ein Kontrast, so scheint es. Doch die Mosheimer sagen: „Wer hier wohnt, wird in die Dorfgemeinschaft integriert.“

Bekannt ist der Ort auch wegen seines Blumengroßhandels und der Land-Metzgerei. Es gibt kleine Handwerksbetriebe, wie Schreiner, Metallbauer, den Frisör und den Malermeister. Als wir auf seinem Hof Halt machen, begegnen wir Erika Hain. Die 76-Jährige erntet jetzt im Herbst noch ein paar Möhren im Garten. Sie kocht am liebsten das eigene angebaute Gemüse.

Saft aus der eigenen Ernte 

Apfelsaft aus der eigenen Ernte schenkt Sindy Marx aus. Gerade erst haben die Mosheimer 1000 Liter Apfelsaft aus den Äpfeln pressen lassen, die sie selbst in der Gemarkung gesammelt haben. Den trüben Saft lassen sich die Mosheimer schmecken. So manches gutes Tröpfchen mundet ihnen auch in der Weinstube des Ehepaars Roesen. In der gemütlich ausgebauten Scheune treffen sich die Mosheimer gern. So kommen sie wieder einmal gemütlich zusammen - wie sie es doch so gerne tun.

Quelle: HNA

Mehr zum Thema

Kommentare