Doris Sippel erhielt das Bundesverdienstkreuz

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Freut sich über das Bundesverdienstkreuz: Doris Sippel mit Tochter Darja und Sohn Kolja sowie mit Staatssekretär Mark Weinmeister, links, und Bürgermeister Volker Steinmetz.

Gensungen. Die Gensungerin habe sich große Verdienste bei der Pflege ihres Vaters, ihrer Mutter, ihres Ehemannes und ihres Sohnes erworben, sagte Staatssekretär Mark Weinmeinster.

Als eine Frau, die mit viel Kraft und Liebe vorbildlich Menschen pflege, hat Staatssekretär Mark Weinmeister Doris Sippel gewürdigt. Er überreichte der 71-jährigen Gensungerin das vom Bundespräsidenten verliehene Bundesverdienstkreuz am Bande. „Eine unglaubliche Leistung, die großen Respekt verdient”, sagte Weinmeister zum Engagement der Mutter von zwei Kindern.

Doris Sippel habe sich große Verdienste bei der Pflege ihres Vaters, ihrer Mutter, ihres Ehemannes und ihres Sohnes erworben. „Seit mehr als 43 Jahren pflegte und pflegt sie Familienangehörige im eigenen Haus liebevoll und mit großer Hingabe”, sagte Weinmeister.

Für andere da zu sein - das hat Doris Sippels Leben geprägt. Ihr Ehemann Helmut, Jahrgang 1941, erkrankte im Alter von 29 Jahren an Multipler Sklerose, die sich im Laufe der Jahre verschlimmerte. Er ist überwiegend bettlägerig und wird von seiner Frau liebevoll betreut. Als ihr Mann erkrankte, sagte sie: „Ich will versuchen, ihm so zur Seite zu stehen, dass er bei uns sein und ein selbstbestimmtes Leben führen kann.”

1974 wurde Sohn Kolja geboren. Er war querschnittsgelähmt. „Die haben uns damals gesagt, dass er sterben wird”, erinnert sich die Mutter.

Mit viel Liebe kümmerte sie sich um ihn. Kolja ist Diplom-Betriebswirt bei B.Braun, Behindertenbeauftragter der Stadt Felsberg, Vorsitzender des Fördervereins Ernst-Schaake-Bad und Schwimmtrainer der Felsberger Eintracht. 1988 wurde er bei den Behinderten-Schwimm-Weltmeisterschaften Vize-Weltmeister. Kommunalpolitisch engagierte er sich im Ortsbeirat und im Stadtparlament.

Doris Sippel pflegte auch ihre krebskranke Mutter bis zu deren Tod und über zehn Jahre ihren Vater, der 2011 im Alter von 98 Jahren starb.

Über Jahre hinweg, so hob Mark Weinmeister hervor, habe Doris Sippel im Rahmen der Nachbarschaftshilfe verschiedene Familien in Haus und Garten sowie mit Fahrdiensten unterstützt.

Sie habe sich auch um die Zwillinge der Nachbarn gekümmert. Nachbarin Heidi Knarr: „Auf Doris ist immer Verlass.”

Doris Sippels vorbildlicher Einsatz sei ungewöhnlich und außerordentlich, sagte Bürgermeister Volker Steinmetz. Die kinder-, familien- und seniorenfreundliche Stadt Felsberg sei stolz auf Doris Sippel, die immer ein Lächeln übrig habe.

Hintergrund

Bereits 2013 war Doris Sippel mit der Pflegemedaille des Landes Hessen geehrt worden. Der Ortsbeirat Gensungen unter der Leitung von Heidi Folwerk hatte sie für diese Auszeichnung - ohne ihr Wissen - vorgeschlagen. Die Pflegemedaille war 2004 erstmals verliehen worden. Sie soll auf den Einsatz pflegender Angehöriger aufmerksam machen. Als Doris Sippel daraufhin zur Ehrung in der Landeshauptstadt nach Wiesbaden eingeladen wurde, war ihr das fast unangenehm. „Meinetwegen hätten sie die Medaille in einen Briefumschlag packen können und gut”, hatte sie damals gesagt.

Quelle: HNA

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