Doro Pesch, die Queen of Metal, begeisterte im Wolfhager Kulturzelt

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Powerfrau: Doro Pesch rockte am Donnerstag das Wolfhager Kulturzelt. Im Vorprogramm hatte Mike Gerhold dem Publikum mit Klassikern der Rockgeschichte eingeheizt.

Wolfhagen. „Mensch, all die super langen Jahre", sagt Doro Pesch strahlend, als sie für einen kurzen Moment während ihres Konzerts im Wolfhager Kulturzelt innehält zwischen zwei ihrer Songs. Seit drei Jahrzehnten ist die Frau mit der wasserstoffblonden Mähne eine angesagte Größe im internationalen Musikgeschäft, ist sie die unangefochtene Queen of Metal.

Schlag auf Schlag präsentiert sie am Donnerstagabend ihren gut 1000 Anhängern im Zelt das Beste aus ihrer langen Laufbahn, die mit der Band Warlock begann. Vor allem die frühen Stücke sind es, bei denen die gereiften Headbanger vor der Bühne aufdrehen.

Doros Metal ist rostfreier Stahl, gradlinig, druckvoll und wird mit Leidenschaft und erfrischender Spielfreude von der nur 1,54 Meter großen Powerfrau und ihrer exzellenten Band performt. Die Frau im schwarzen Leder kokettiert damit, dass dem Schwermetall-Genre etwas Altmodisches anhaftet. „Wollt ihr noch mehr Old-School-Metal?“, fragt die 52-Jährige ein ums andere Mal lachend und mit gegerbter Stimme. Und das Publikum will genau das. „True As Steel“ und „Metalracer“ gibt es auf die Ohren, genauso wie „Breakin The Law“ und die Hymne „We Are The Metalheads“.

„Raise Your Fist“, dieser Aufforderung kommt man gerne nach, die Fäuste recken sich gen Himmel, die Refrains wie bei „All We Are“ werden von den Fans bis zur Heiserkeit mitgesungen. Es geht in Richtung „Out of Control“. Die Lautstärke zieht an, Drummer Johnny Dee, seit 23 Jahren in der Band, lässt die Stöcke rotieren und setzt zum großen Schlagzeug-Solo an. Minutenlang - Ende der 1980er war das Standard bei Konzerten.

Aus dieser Zeit stammt ein weiterer Doro-Klassiker: „Für immer“. Es ist einer der wenigen Songs mit deutschem Text und noch immer herausragend. Die Dramaturgie macht das Stück groß, dynamisch, emotional. Die Sängerin nimmt auch die hohen Lagen elegant wie in den frühen Jahren. Das Publikum assistiert als Chor. „Für immer zusammen“ singt die Queen of Metal und meint damit offensichtlich auch ihre Fans. Während des gut zweistündigen Konzerts sucht sie immer wieder den direkten Kontakt.

Gegen 23 Uhr ist Schluss, wohl aus Rücksicht auf die Anwohner des Festivalgeländes. Doro Pesch und ihre Musiker hatten noch Reserven und durchaus Lust auf mehr. Als die Band längst im Backstage-Bereich verschwunden ist, gibt die Sängerin noch unermüdlich und bester Laune Autogramme auf Jacken, Plakate, Unterarme, lässt sich mit Fans fotografieren - bodenständig und nahbar. Wohl auch ein Grund dafür, warum Queen Doro nach all den super langen Jahren von den Metal-Anhängern so verehrt wird.

Samstag im Kulturzelt: 20 Uhr, Johannes Oerding

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Quelle: HNA

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