Forstamt Wolfhagen passt sich an zunehmend trockeneres Klima an

Douglasie ersetzt Fichte

Nadelholz wird aufgeforstet: Unser Archivbild zeigt Revierförster Friedrich Vollbracht mit dreijährigen Douglasien bei einer Pflanzaktion im Wolfhager Stadtwald. Foto: Norbert Müller/Archiv

Wolfhager Land. Der Klimawandel macht sich auch in den Wäldern um Wolfhagen bemerkbar: Durch die zunehmende Trockenheit der vergangenen Jahre sind die Bedingungen für Nadelbäume schlechter geworden. Das Forstamt Wolfhagen passt sich diesem Wandel an und forstet mit Nadelbaumarten auf, die mit weniger Wasser auskommen.

„Die Fichtenbestände werden weniger“, sagt Theodor Arend, stellvertretender Leiter des Wolfhager Forstamtes und zuständig für die Holzproduktion. Diese Baumart habe Probleme mit den klimatischen Veränderungen. „Der trockene Sommer und Herbst macht den Fichten zu schaffen. Sie fühlen sich in Höhenlage und nördlich gelegenen Nadelwäldern mit kühlem Klima, am wohlsten“, so Arend.

Witterung ändert sich

In unserer Region ändere sich zur Zeit die gesamte Witterung, erklärt er weiter. In den nächsten Jahrzehnten würden die Niederschläge immer weiter abnehmen. „Dennoch dauert es sehr lange, bis eine Baumart ganz verschwunden ist, wenn es nicht die Stürme erledigen“, fügt er hinzu.

„Wenn wir die Wälder in unserem Bereich aufforsten, dann gehen wir weg von Monokulturen, hin zu Mischwäldern.“ Die Fichten würden nach und nach durch andere Nadelbäume wie die einheimische Tanne aus Süddeutschland, die nordamerikanische Küstentanne und die Douglasie ersetzt. „Vor allem die Douglasie wird bei uns aufgeforstet. Sie kommt mit der Trockenheit viel besser zurecht als die Fichte“, sagt Arend.

„In Hessen soll ein sichtbarer Anteil an Nadelholz in den Wäldern erhalten bleiben“, erklärt er weiter. Das Nadelholz werde in erster Linie als Konstruktions- und Bauholz eingesetzt, aber auch für die Herstellung von Möbeln und Musikinstrumenten sowie als Brennstoff in der Fernwärmeproduktion. Von den 19 500 Hektar Wald im Zuständigkeitsbereich des Forstamtes Wolfhagen seien etwa 40 Prozent Nadelbäume. „Durchschnittlich ernten wir 110 000 Festmeter Holz im Jahr, davon sind rund 30 000 Festmeter Nadelholz“, erklärt der stellvertretende Amtsleiter.

Für die Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher (AGR) ist das Problem im vor Jahrzehnten begonnenen Umbau des Waldes hin zu mehr Laubholz ein ökologisches. Laut einer Pressemitteilung der AGR sei dies der Grund dafür, dass der Anteil junger Nadelbäume stark zurückgehe.

Nadelbäume fehlen

Nun würden den Unternehmen häufiger ausreichende Mengen an Nadelbäumen für den Möbel- und Hausbau sowie die Herstellung von Papier und Zellstoff fehlen. Der Nadelholzanteil in den gängigsten Holzprodukten betrüge zwischen 70 und 90 Prozent, teilt die AGR weiter mit.

Von Patrick Kessler

Quelle: HNA

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